Detektei Stuttgart

Der Hundesalon in Stuttgart

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Ein Anruf eines älteren Mannes erreichte Mike in den Vormittagsstunden.

Ein Gesprächstermin sollte in der Wohnung des Anrufers stattfinden. Einzelheiten wollte der Auftraggeber am Telefon nicht nennen. Mike fragte auch nicht weiter nach Details. Er wusste, dass seine Klienten oft lange mit dem Gedanken spielten, ob sie einen Detektiv einschalten sollten oder nicht. Es musste sich ein Vertrauensverhältnis bilden. Dies konnte nur bei einem persönlichen Gespräch entstehen.

Er überprüfte kurz die angegebene Adresse des Anrufers und stellte fest, dass es sich um einen prominenten Kunstmaler der Stadt handelte.

Bei der angegebenen Adresse angekommen wurde Mike von einem bärtigen, etwas gebeugt gehenden, älteren Mann empfangen. Gedämpfte Freundlichkeit drückte sein Gesicht aus.

Ein herrliches altes Landhaus, mit Reetdach und verschiedene Nebengebäuden der gleichen Bauart gehörten zu dem Anwesen. In den Räumlichkeiten angekommen, sah Mike sich mit großen Augen um. Diese Pracht, diese zusammengewürfelten Kostbarkeiten die verschiedensten Möbelstücke, geschnitzte Schränke, Truhe, Kronleuchter, Sessel, gaben ein beeindruckendes Bild. Es sah aus, wie in einem gut dekorierten, bewohnten Antiquitätenladen. Bilder in Hülle und Fülle hingen überall und standen überall. Millionenwerte waren hier angesammelt. Ein kleines Äffchen turnte auf dem Kronleuchter. „Setzen Sie sich,“ der ältere Herr bot einen bescheidenen Holzschemel an. Er begann einen unterhaltsamen Monolog, dessen Ausführungen Mike interessiert zuhörte.

Der Maler erzählte von seinem Leben, seinen beruflichen Erfolgen und seinen Schwierigkeiten.

„Sie haben das ja alles gelesen,“ setzte er seine Erzählungen fort.

In einer Kirche habe er unter dem Putz alte, kostbare Wandmalereien entdeckt, die er restauriert und hervorgehoben habe. Er habe viel Geld damit verdient, er sei allerdings, als es um die hohen Geldbeträge ging, wegen Fälschung der Bilder angezeigt und verurteilt worden. Seither verfolge ihn das Pech. So haben auch Einbrecher kürzlich ein kostbares, auf einer Insel stehendes, Wochenendhaus vernichtet. Man habe auch schon mehrfach bei ihm eingebrochen, sogar seine Dogge vergiftet, um in sein Haus zu gelangen. Das seien die Zigeuner gewesen, meinte er. Das erreichte Vermögen habe ihm kein Glück gebracht.

„Jetzt zum eigentlichen Thema,“ meinte er.

Seine geschiedene Frau verlange von ihm einen monatlichen Unterhalt von mehreren tausend €. Sie selbst führe einen Hundesalon in Stuttgart und habe Einnahmen, in erheblichem Umfang. „Übernehmen Sie die Feststellung, wie viel meine geschiedene Frau, mit dem Hundesalon in Stuttgart monatlich verdient!“

Mike erklärte, dass er den Auftrag übernehmen würde und verabschiedete sich in Kürze.

Mike stellte seine Detektivschüler bei dem genannten Hundesalon in Stuttgart auf. Sie hatten die Aufgabe, während der gesamten Öffnungszeit festzustellen, wie viele Hunde indem Salon zur Pflege abgegeben wurden.

„Ein zersauster Hund rein, ein gepflegter, gebadeter Hund raus,“ meldete der Detektivanwärter-Pflegezeit 15 Minuten. Die Aufgabe war nicht sonderlich schwer, es war aber immerhin Mitte Dezember, in einem noch richtigen Winter. Der Wind fegte durch die Straßen, Schneeflocken wirbelten durch die Luft. Minuten wurden zur Ewigkeit, wurden zu Stunden.

Diese Überwachung dauerte eine Woche. Es wurde eine monatliche Einnahme von ca. 6000,-€ errechnet, die der Hundesalon einbrachte.

Der Auftrag wurde abgeschlossen, abgerechnet und prompt bezahlt, was in vielen anderen Fällen nicht so selbstverständlich war.

Die Wege des Kunstmaler und Mike kreuzten sich noch einige Male und die Aufträge wurden immer mit Erfolg abgeschlossen.

Er erhielt noch einen signierten Druck des Malers als Geschenk.

Ein handsigniertes Ölbild wurde bereits vor Jahren mit 20.000,-€ verkauft, das war Mike bekannt. Später schaute sich der Detektiv auch die genannte Kirchenmalerei in Lübeck an, die durch Fälschung entstanden sein sollten. Mike war auch hier wieder beeindruckt von der künstlerischen Leistung.

Auftrag und Tod

Mike sah den Kunstmaler lange Zeit später, in einem Restaurant wieder. Er erkannte ihn kaum. Warum? Das Gesicht war durch eine Lähmung verschoben. Der rechte Arm war gelähmt. Er konnte kaum sprechen. Mike versuchte sich mit dem Maler, der offensichtlich einen Schlaganfall erlitten hatte, zu unterhalten. Er konnte ihn kaum verstehen.

Kurze Zeit später bekam er einen Brief des Malers, der mit der linken Hand geschrieben war. Er bestellte Mike zu sich.

Mike nahm den Termin wahr. Hier äußerte der Maler, dass seine Frau erschossen worden war und einer seiner Söhne etwas damit zu tun habe. Die Frau des Malers war tatsächlich, während dessen Abwesenheit, umgebracht worden. Der Maler wollte Ermittlungen, zur Aufdeckung der Tat, in Auftrag geben.

Es wurde jedoch vereinbart, dass ein späteres Zusammentreffen, zur weiteren Besprechung stattfinden sollte, wenn es dem Maler wieder etwas besser gehen würde. Er war durch das Gespräch sehr geschwächt und in einem erbärmlichen Zustand.

Der Künstler wollte sich bei Mike wieder melden.

Es kam allerdings keine Antwort mehr.

Mike hatte später in der Zeitung die Todesanzeige des inzwischen verstorbenen Künstlers gelesen.

Mike erhielt einen Anruf eines Mannes, der sich mit einer ruhigen, alten Stimme meldete. Er sagte, dass er an den Rollstuhl gefesselt sei und seit einiger Zeit belästigt werde. Mehrere junge Burschen würden ihn ärgern. Sie würden leere Bierflaschen an seine Hauswand werfen, ihn ständig durch Klingeln stören und vieles mehr.

Der Mann beauftragte das Detektivbüro während der gesamten folgenden Nacht, zwei Detektive vor seinem Haus aufzustellen, damit er Ruhe habe. Der Auftrag wurde angenommen und Mike teilte die Detektive ein, die in wechselndem Einsatz die Überwachung des Hauses vornehmen sollten. Die Detektive wechselten sich in stündlichem Rhythmus ab. Der Auftrag sollte um 20.00 Uhr beginnen.

Die erste Überwachungsmannschaft sollte um 20.00 Uhr bei dem Auftraggeber klingeln und sich anmelden. Dem Wunsch wurde entsprochen.

Während der Nachtzeit fragten sich doch die Detektive, was der Einsatz bringen sollte? Störenfriede war doch so nicht zu überführen. Sie mussten doch längst das An und Abfahren der Fahrzeuge und die Unruhe gemerkt haben.

Was dachte sich der Auftraggeber dabei?

Die Erklärung gab es später. Der Auftraggeber war in der Nacht verstorben. Er verschaffte sich so ein friedliches und ruhiges Ableben.

Detektei AC
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