Detektiv stolperte über Diebesquartett

Detektiv stolperte über Diebesquartett

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Zeitungsberichte der Lübecker Nachrichten

Man wundert sich immer wieder, wie Fernsehdetektive zu ihrem Fall kommen.

Ihnen laufen die Ganoven programmgemäß über den Weg.

So einfach ist das im Film. Filmreif hätte auch eine Szene im Hausflur einer Lübecker Detektei sein können. Nur hier stand der Zufall tatsächlich Pate. Nachdem Detektiv Scheffler sein Büro verschlossen hatte und die Treppen zum Flur hinunterstieg, stolperte er geradezu über ein Ganovenquartett, drei Frauen und einen zwölfjährigen Jungen.

Die vier waren eifrig damit beschäftigt, Pelze, Kleider, Anzüge und andere Textilien ausgerechnet im Hausflur der Detektei umzutüten. Einigermaßen erschrocken fuhr das Quartett zusammen, als jemand von oben die Treppen hinunterstieg. Denn, was dort umgepackt wurde, war verdammt heiße Ware. Sie stammte, wie sich später herausstellte, aus den umliegenden Kaufhäusern. Unter Ausnutzung des ersten großen Weihnachtsgeschäfts-Trubels sollen die vier nach Darstellungen des Detektivs mitgenommen haben, was sie tragen konnten. In versteckten Hausfluren trafen sie sich anschließend, um die „Ware“ in Tüten zu verpacken. Der zwölfjährige Junge schob derweil Wache.

Detektiv Scheffler verständigte sofort die Polizei. Das Quartett konnte jedoch flüchten. Mit einem Kadett-Caravan (Kieler Kennzeichen), den ein junger Mann steuerte, versuchten die Diebe im Lübecker Verkehr zu entkommen.

Wie ein Filmdetektiv hielt Scheffler ein Taxi an und nahm die Verfolgung auf.

Bis nach Stockelsdorf sei er hinterhergefahren. Immerhin konnte so die Fluchtrichtung später der Polizei weiterhelfen.

In Warnsdorf bei Plön schnappte die Falle zu. Der Wagen sei bis unters Dach mit Diebesware angefüllt gewesen, hieß es. Auch die Kieler Kriminalpolizei wurde eingeschaltet. Der Polizei ging ein ganz großer Fisch ins Netz.

Lübecker Nachrichten

Mindestens 80 Einbrüche

Bad Schwartau (k/Eigener Bericht). Sie kommen aus Timmendorfer Strand, Bad Schwartau und aus Lübeck, sind zwischen 21 und 26 Jahre alt und für eine Serie von Straftaten verantwortlich, wie sie der Polizei häufig nicht begegnen. Zahlen sind überhaupt das Beeindruckende an diesem Fall, dessen Akte Bad Schwartaus Kripo nach langwierigen Ermittlungen geschlossen hat. Als sie die Namen der Täter zählte, kam sie auf 36 Mann. Über 80 Straftaten haben sie begangen und einen Schaden verursacht, der nach vorsichtigen Schätzungen 50 000 € übersteigt.

Mit wechselnder Beteiligung verübten sie unter anderen um 60 einfache und schwere Einbrüche in Geschäfte und Wohnhäuser in Timmendorfer Strand und Lübeck, stahlen Teppiche und Lederkleidung, die Hehler aus ihrem Kreis „unter der Hand“ an den Mann brachten. Unter ihnen fand die Kripo auch die Männer, die am 27. Oktober in Lübeck einen Postboten mit einem Kabelstrang niederschlugen und zu berauben versuchten. Verübt wurden die Straftaten in der Zeit zwischen Sommer 1972 und Frühjahr 1973. Zeitweilig soll auch . Hasch“ eine Rolle gespielt haben.

Detektei AC
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