Detektiv - Privatdetektiv London

Alles fing in London an

by

Das Wort Detektiv kommt aus der englischen Sprache. Und die Engländer haben es aus dem Lateinischen abgeleitet, nämlich von dem Wort detegere (für aufdecken).

Denn genau genommen wurde der Detektivberuf in England erfunden.

Dort nämlich wurde im Jahr 1750 die erste richtige Stadtpolizei der Welt gegründet.

Bis zu diesem Zeitpunkt sorgten in England und auch in deutschen Städten nur die Nachtwächter für Ordnung. Das waren städtische Angestellte, die nachts mit ihrer Laterne durch die Straßen zogen, nach dem Rechten sahen und dadurch für Sicherheit sorgen sollten. Für die Verhaftung von Verbrechern jedoch waren, bevor es die Polizei gab, Soldaten zuständig.

Chef der Londoner Polizei wurde im Jahr 1829 Sir Robert Bobby Peel.

Nach ihm werden heute noch die Londoner Polizisten Bobbys genannt. Und er kam auf die Idee, die Polizeitruppe in Wachleute und in Aufklärer für Verbrechen zu unterteilen, nämlich in Detektive. Das war die Geburtsstunde der weltweit ersten Kriminalpolizei. Und die wurde nach ihrem Dienstgebäude, einer ehemaligen schottischen Residenz, Scotland Yard genannt.

Noch heute werden in England, Amerika und vielen anderen Ländern, etwa in der Schweiz, die Kriminalpolizisten Detektive genannt. Dort also kann ein Detektiv auch ein Polizist sein. In Deutschland und Österreich jedoch gibt es die Bezeichnung Detektiv bei der Polizei nicht. Wenn hier von Detektiven gesprochen wird, sind damit fast immer private Ermittler gemeint.

Die Gründung der ersten Detektivbüros

Eines der ersten ganz großen privaten Detektivbüros der Welt wurde 1850 von dem amerikanischen Kriminalisten Alan Pinkerton in Chicago (USA) gegründet. Er machte sich einen Namen durch die Ergreifung der legendären Verbrecher Butch Cassidy und Sundance Kid. Das Unternehmen gibt es heute noch unter dem Namen Pinkerton National Detektive Agency und beschäftigt unter anderem Wirtschafts- und Industriedetektive.

Trotzdem haben Sie noch nie etwas von Pinkerton und seinen Leuten gehört? Das ist kein Wunder. Denn Detektive haben es gar nicht gern, wenn ihr Name überall bekannt ist, jeder ihr Aussehen kennt weil sie dann für jeden Verdächtigen sofort zu erkennen wären.

Die Aufgaben der Privatdetektive

Normalerweise sind die Aufklärung und die Verfolgung von Verbrechen ausschließlich Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft. Aber damit diese Strafverfolgungsbehörden überhaupt tätig werden können, muss erst mal eine Straftat begangen worden sein. Oder es muss zumindest deutliche Hinweise auf eine Straftat geben.

Privatdetektive haben deshalb oft die Aufgabe, vor der Polizei zu ermitteln. Sie sollen erste Beweise dafür erbringen, dass eine Straftat vorliegt, damit anschließend die Polizei tätig werden kann. Oft also ist die Arbeit der Detektive, die von Firmen oder Privatleuten beauftragt werden, eine Vorbereitung für die polizeilichen Ermittlungen.

Beispiel für einen Detektivauftrag:

Der Kirschen klau im Garten von Herrn Grün

Herr Grün hat einen wunderschönen Garten mit vielen Kirschbäumen. Jeden Morgen sind einige davon ratzekahl leer. Herr Grün hat den Verdacht, dass sein böser Nachbar, Herr Klau, die Kirschen erntet, aber Beweise für eine Straftat gibt es nicht. Die Polizei kann ihm in diesem Fall also nicht helfen.

Deshalb beauftragt Herr Grün den Privatdetektiv Schlau. Der legt sich nachts auf die Lauer und beobachtet tatsächlich, wie Herr Klau die Kirschen pflückt. Detektiv Schlau fotografiert ihn dabei heimlich, verfolgt ihn und findet heraus, dass Herr Klau die Kirschen auf dem Markt verkauft.

In der nächsten Nacht markiert Herr Schlau die Stiele der schönsten Kirschen mit drei schwarzen Punkten und legt sich auf die Lauer.

Wieder taucht Herr Klau in aller Herrgottsfrühe auf und eilt mit den geklauten Kirschen zum Markt. Dort wird er bereits von zwei Polizisten in Empfang genommen. Das Foto von Detektiv Schlau und die markierten Stiele sind Beweis genug. Herr Klau muss mit auf die Wache und wird später angeklagt.

Privatdetektiv Schlau hat ganze Arbeit geleistet. Er hat die Beweise geliefert, dass die Polizei eingreifen und den Täter festnehmen konnte. Und im Gerichtsverfahren gegen Herrn Klau kann Herr Schlau außerdem als Zeuge aussagen, was er gesehen hat. Hier ist also erst durch die Arbeit des Detektivs nachgewiesen worden, dass es sich um einen wirklichen Kriminalfall handelt.

Die Geschichte mit dem Kirschen klau im Garten von Herrn Grün ist ein typisches Beispiel für die Arbeit eines Privat-Detektivs. Herr Grün hat ihn engagiert, weil die Polizei sonst aus Mangel an Beweisen nicht eingegriffen hätte.

Doch es gibt noch weitere typische Aufgaben für private Detektive: Kaufhausdetektive werden von Warenhäusern beschäftigt, damit sie Diebstahl und Betrug verhindern und Kunden vor Taschendieben schützen. Wird ein Dieb auf frischer Tat ertappt, wird er der Polizei übergeben.

Industriedetektive sollen verhindern, dass in großen Unternehmen neue Entwicklungen und Erfindungen an die Konkurrenz verraten oder von der Konkurrenz gestohlen werden. Wirtschaftsdetektive werden von Firmen damit beauftragt, Informationen über andere Unternehmen zu beschaffen, mit denen man Geschäfte machen will. Wichtigste Fragen: Arbeiten diese Unternehmen ehrlich oder sind sie bereits für unsaubere Geschäfte bekannt?

Versicherungsdetektive sollen herausfinden, ob sich ein gemeldeter Schadensfall wirklich so zugetragen hat oder nur vorgetäuscht wurde, um die Versicherungssumme zu kassieren. Sie werden beauftragt, wenn die Versicherung zwar einen Verdacht hat, aber noch keine ausreichenden Beweise vorliegen, um den Übeltäter wegen Versicherungsbetrugs bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen

Köpfchen ist wichtiger als eine Schusswaffe

All diese Beispiele für typische Detektivarbeit zeigen: Nicht die Verfolgung und Verhaftung von Verbrechern ist die Hauptaufgabe der Detektive, sondern das Sammeln von

Beweisen. Und dafür braucht man vor allem Köpfchen und auch Ideen, um Tätern eine Falle zu stellen und so an weitere Beweise zu kommen.

Wichtig für die Arbeit eines Detektivs ist deshalb vor allem eine gute Beobachtungsgabe, er muss schnell und richtig kombinieren können aber auf eine Pistole können die meisten Detektive verzichten. Denn auch die Profis hören auf, wenn es gefährlich wird und lassen dann die Polizei weitermachen.

Oft handelt es sich bei Detektiven allerdings auch selbst um ehemalige Polizisten. Denn normalerweise kann man nur dort lernen, was man über Verbrecher, ihre Fehler und das Sammeln von Beweisen wissen muss. Eine echte Detektivausbildung, mit der man nach der Schule wie mit einer Bäcker- oder Techniker lehre beginnen kann, gibt es nämlich nicht.

So können Sie ein echter Detektiv werden

Wer später mal ein echter Ermittler werden will, für den gibt es deshalb kaum eine andere Ausbildung als bei der Polizei. Nach der Schule und auch ohne Abitur kann man sich bei der Polizei bewerben. Jungen und Mädchen haben dort genau dieselben Chancen.

Wenn Sie angenommen wirst, erhältst du eine theoretische Grundausbildung, in der zum Beispiel Verhörtechniken und Rechtskunde auf dem Lehrplan stehen. Außerdem gibt es eine praktische Grundausbildung, zu der unter anderem Selbstverteidigungskurse, Schießunterricht und Waffenkunde und ein spezielles Fahrtraining gehören damit man auch bei wilden Verfolgungsjagden im Polizeiwagen nicht die Gewalt über das Auto verliert, andere gefährdet und Unfälle verursacht.

Nach der Ausbildung beginnt der normale Dienst bei der Bereitschafts- oder Schutzpolizei. Die Bereitschaftspolizei wird zum Beispiel eingesetzt, wenn bei großen Veranstaltungen wie Fußballspielen oder Demonstrationen für Sicherheit gesorgt werden soll. Wer zur Schutzpolizei kommt, macht meistens normalen Schichtdienst auf dem Polizeirevier und im Streifenwagen, muss Unfälle oder Einbrüche aufnehmen oder den Verkehr regeln.

Hat ein junger Polizist oder eine Polizistin mehrere Jahre Berufserfahrung bei der Bereitschafts- oder Schutzpolizei erworben, können sie sich bei der Kriminalpolizei bewerben. Wer angenommen wird, macht einen Lehrgang an der Landespolizeischule. Und nach dem erfolgreichen Abschluss hat man auch die Chance, bis zum Chef einer Kriminalabteilung aufzusteigen, also Vorgesetzter von ganz vielen Ermittlern zu werden. Denn nach und nach kann man folgende Karrierestufen nehmen:

Beamter zum Kriminalobermeister
Kriminalhauptmeister
Kriminalkommissar
Kriminalhauptkommissar
Kriminalrat
Kriminaldirektor
Leitender Kriminaldirektor
Also: Wenn Sie ganz viel Spaß am Ermitteln und an der Spurensuche hast, dann kommt für Sie vielleicht wirklich mal eine Berufskarriere als echter Detektiv infrage.

Detektei AC
Menü Mobile