Der Stammkunde

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Der Stammkunde

Mike stand an einem Regal in der Herrenabteilung eines Bekleidungshauses, als ein gut gekleideter, junger Mann die Abteilung betrat.

Es war ein Stammkunde, der mit den Angestellten immer ein keines Schwätzchen hielt. Der Kunde, bestens bekannt, da er ca. zweimal wöchentlich im Hause war, hatte einen gewissen Vertrauensvorschuss. Er hatte eine höfliche Wesensart und gute Manieren, war stets freundlich und nett. Der elegante Kunde ging auch heute in die Umkleidekabine, um mehrere Anzüge zu probieren. Er trug eine schwarze Aktenmappe bei sich.

Mike beobachtete zufällig den Kunden, ohne daran zu denken, dass es sich auch hierbei möglicherweise um einen Ladendieb handeln könnte. Das schien ihm absurd. Menschen konnte er ja inzwischen beurteilen. Natürlich konnte er sich auch schon einmal irren. Oft wurde er enttäuscht, oft musste er sich wundern, dass noch nicht einmal die wenigen, denen er sorglos vertraute, doch in die andere Kategorie gehörten. Aber hier, dieser Kunde, nein dieser nicht, dachte Mike.

Dieser Kunde, hatte immer viel Zeit.

Er zog die verschiedenen Anzüge an, erschien vor der Kabine, betrachtete sich im Spiegel und nichts deutete auf etwas Unregelmäßiges hin. Er hängte zum Schluss verschiedene Anzüge zurück und verließ den Laden.

Mehr aus Gewohnheit schaute Mike in der Umkleidekabine nach. Hier waren zwei leere Kleiderbügel abgelegt. Der Kunde musste die dazugehörenden Anzüge bei sich haben.

Mike ging dem Kunden eilends hinterher. Auf der Straße angekommen, war weit und breit nichts mehr von ihm zu sehen. Er rannte die Hauptstraße entlang und sah den Kunden gerade noch in einer Gaststätte verschwinden. Zufällig kam ein Streifenpolizist daher. Mike schilderte ihm den Vorfall und bat ihn die Tasche des Beschuldigten zu kontrollieren. Der Polizist ging in das Lokal. Nach kurzer Zeit erschien er wieder und sagte, dass er nichts festgestellt habe. Auf die Frage, ob er die Tasche kontrolliert habe, gab der Polizist an, dass er das nicht getan hätte. Der Beschuldigte habe ihm glaubhaft versichert, nichts bei sich zu haben.

Mike bat den Polizisten, ihm zu folgen und betrat das Lokal.

Hier traf er den zuvor verfolgten Kunden an. Er bat um einen Blick in die Aktentasche. Die Spannung war auf dem Höhepunkt. Man stelle sich vor, der Kunde hätte keine Anzüge mehr in der Tasche gehabt, da er sie möglicherweise schon versteckt hatte. Er öffnete in aller Ruhe die Aktentasche. Die beiden Anzüge befanden sich darin, noch mit vollständigen Preisschildern.

Wieder in den Verkaufsräumen des Bekleidungshauses angekommen, in Begleitung des Polizisten und des Täters, starrten die Verkäufer fassungslos, mit offenem Mund und konnten es nicht fassen. Auch sie, bereits schon einiges gewohnt, hatten damit nicht gerechnet.

Keiner war von der magischen Wirkung der ausgelegten Waren in Kauf- und Warenhäusern unbeeindruckt. Bei seiner beruflichen Tätigkeit sind Mike Pastoren, leitende Polizeidirektoren, mehrere Polizeibeamte, mehrere Detektive, Staatsanwälte, Wachleute und viele andere Personen, aus angesehenen Berufen aufgefallen.

Ein junger Mann machte sich bei Mike mehrfach bemerkbar.

Er sprach Mike an, zeigte seinen Dienstausweis „Kriminalpolizei“ und sagte: „Warum beobachtest Du mich denn? Das ist nicht nötig, ich bin bei der Kripo“‚ Mike hatte nicht bewusst auf den Kunden geachtet, er war ihm noch zu keiner Zeit aufgefallen. Als der Kunde nun wieder seinen Ausweis vorzeigte und ihn ansprach, machte sich Mike doch darüber Gedanken. Was war der Grund für dieses seltsame Verhalten?

Das hatte Mike gelernt, nichts ging ohne Grund. Jede Aktion hatte ihre Ursache. Jedes Plus hatte ein Minus. Sie waren ja alle so gleich, die Menschen. Mochten sie aus noch so unterschiedlichen Bildungsschichten kommen aus noch so verschiedenen Gesellschaftsschichten, aus noch so unterschiedlichen Ländern, sie verhielten sich bei der Tatausführung alle ähnlich. Sie zeigten die gleichen Bewegungen, die gleichen Gesichtszüge, die gleichen Verhaltensweisen schlechthin.

Mike beobachtete den genannten Kunden. Er ging in die Lederwarenabteilung.

Hier zog er ein Paar neue Schuhe an, schaute sich vorsichtig um und stellte dann seine alten Schuhe in das Schuhregal. Er schaute sich erneut vorsichtig um, um sich zu vergewissern, ob er beobachtet wurde und verließ dann die Abteilung. Er ging in Richtung Restaurant. Kurz davor drehte er sich nochmals vorsichtig um und bemerkte den Detektiv. Der Kunde ging schnell zur Toilette. Er schloss sich dort in eine Kabine ein. Mike folgte dem Kunden und stellte fest, dass dieser auf die Toilettenschüssel gestiegen war. Kurze Zeit später verließ der Kunde die Toilette und ging in Richtung Ausgang. Mike konnte sehen, dass die Preisschilder, die vorher auf den Schuhsohlen klebten, verschwunden waren. Mike eilte in die Toilettenräume und fand in dem Wasserbehälter der Toilettenspülung die abgerissenen Preisschilder. Er verfolgte den Kunden und stellte ihn beim Ausgang.

Der Kriminalbeamte war völlig entnervt, das sah man ihm an. Es sei sein Eigentum, sagte er zunächst und meinte die Schuhe, die er trug. Mike verständigte die Polizei. Die Beamten nahmen die Strafanzeige entgegen. Wegen der unterschiedlichen Darstellung des Sachverhaltes, zwischen den Angaben des Zeugen und des Beschuldigten, kam es zum Gerichtstermin. Der Angeklagte hatte folgende Einlassung zur Tatausführung gegeben: „Als ich den Detektiv sah, war mir bewusst, dass dieser denkt, ich habe ein Paar Schuhe entwendet. Diesen fürchterlichen Verdacht wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich bin in Panik geraten und habe die Toilette aufgesucht, um die Preisschilder zu entfernen. Ich wollte nicht, dass man mir etwas nachweisen konnte. Die Schuhe wollte ich nicht entwenden“! Die Verhandlung beim Amtsgericht endete mit einem Freispruch.

Staatsanwaltschaft legte Berufung ein. Der nächste Termin fand beim Landgericht statt. Hier endete die Verhandlung mit einer Verurteilung des Angeklagten.

Nun hatte der Verteidiger Revision eingelegt.

Die Revisionsentscheidung brachte erneut einen Freispruch zutage. Der Polizist blieb im Dienst. Jahre später kreuzten sich wieder die Wege des Kripobeamte mit dem Detektiven, Mike. Eine Beobachtung von verschiedenen Profitätern, die mit zwei Fahrzeugen zu einem Supermarkt gekommen waren, führte dazu, dass Mike feststellen konnte, wie die Täter mit entwendeten Autoradiogeräten das Weite suchten. Mike hatte die Fahrzeugkennzeichen notiert und die Täter verfolgt. Sie fuhren zu einem Sammelplatz für Landfahrer. Die Polizei wurde verständigt. Sie umstellten den Platz und die Kripo durchsuchte die Wohnwagen.

Die Durchsuchung war durch das Verhalten der Landfahrer sehr erschwert. Zunächst wurde nichts gefunden. Der Kripobeamte, der zuvor selbst vor Gericht stand und sein damaliger Kontrahent Mike waren nun, durch ein Zusammentreffen dieser Art, zu Partnern geworden. Dieser Kripobeamte fand, aufgrund seines besonderen Einsatzes, die inzwischen gut versteckte Ware. Er hatte mit seinem besonderen Einsatzwillen den Detektiv von einer folgenschweren Panne bewahrt.

Personen dieser Gruppierung werden im Falle einer falschen Beschuldigung, wegen einer nicht nachgewiesenen Tat, äußerst unangenehm und gefährlich. Bereits während der Durchsuchung mussten Beleidigungen und Drohungen erduldet werden.

Der erfolgreiche Einsatz des Kripobeamten war wohl eine wiedergutmachende Handlung, resultierend aus seiner damaligen Verfehlung. Mike hat dem Beamten sein vorangegangenes und zurückliegende Verhalten nicht nachgetragen.

Erkenntnisse

Hunderte von Landfahrern konnte Mike schon bei Diebstählen stellen. Oft war er in bedrohlichen Situationen.

Dennoch, niemand darf sich heute kritisch über diese Personen äußern. Dieses erzeugt aber wieder Abneigung und Hass.

Für die Minderheiten dürfen nicht damals erlittenes Unrecht, Triebfeder für heutigen, ständigen Rechtsbruch werden. Gut, die Dimensionen sind anders. Aber die Dimensionen können sich verändern, Ablehnung und Hass können unkontrolliert wachsen.

Die Forderung besteht darin, die Realität auch beim Namen nennen zu dürfen. Denn nicht darüber reden, erzeugt das, was wir nicht wollen. Nämlich Ablehnung, Hass oder Verfolgung.

Es gibt heute einfach Gruppen, wie Landfahrer, Türken, Polen und andere, die so auffallend häufig als Täter auftreten, dass man darüber sprechen muss.

Überall gibt es gute und schlechte Menschen, nach der allgemeinen ethisch, moralischen Vorstellung. Einige Gruppierungen, Völker oder Nationalitäten haben Probleme nach unserer Wertvorstellung zu leben.

Und es ist auf alle Fälle auch der falsche Weg, wenn Betroffene in einer milden Darstellung ihrer Situation, unterstützt durch Hungerstreiks keine Diskussionen zulassen. Ihre Argumente werden nicht geglaubt, da sie nicht verstanden werden.

Bei einem Vorfall in Stuttgart verfolgte eine Gruppe Zivilfahnder eine Gruppe Landfahrer, die auf Diebeszug, durch verschiedene Kaufhäuser waren. Die Beamten waren aufgrund ständiger Diskriminierungsvorwürfen der anderen Seite derart verunsichert, dass sie die Täter nicht festnahmen. Vielmehr bat ein Beamter den Kaufhausdetektiv darum, dass dieser angeben solle, er habe die Personen beobachtet und die Polizei gerufen. Die Beamten dürften selbst, wegen ständiger unberechtigter Vorwürfe, gegen Landfahrergruppen nicht Vorgehen.

Ein derartiges Gegeneinander verhärtet doch nur die Fronten.

Der erste Schritt müsste die Selbsterkenntnis dieser Gruppe sein.

Der falsche Weg ist in jedem Falle ein Dementi, ohne Gegenbeweis und eine dazu unveränderte Lebenseinstellung.

Die Bundesbürger sind nicht ausländerfeindlich, er freut sich über integrierte Thailänder oder Amerikaner, Japaner, Franzosen, Dänen, Spanier und viele, viele andere. Der Bundesbürger wird ausländerfeindlich, gegen bestimmte Kriminelle aus anderen Nationen, die immer wieder Straftäter werden, überdimensional hoch, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil. Die Bürger ängstigen sich um ihre Sicherheit. Eigene Kontakte lassen dieses Bild oft noch verschärfen.

Ein friedliches Nebeneinander in einem Staat kann doch nur gelingen, wenn Realitäten anerkannt werden. Gegebenenfalls eine Veränderung, über eine offene Diskussion, mit Argumenten und Gegenargumenten, besprochen werden.

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