Wald-Eupen-Detektiv

Der Tote in Ostbelgien

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Ein Spaziergänger findet im Wald die Leiche eines offenbar erwürgten Mannes. Er alarmiert die Polizei. Kurze Zeit nach der Kripo treffen die Experten von der Spurensicherung ein. Sie entdecken zunächst frische, noch nicht vom Regen des Vortages verwaschene Reifenspuren im weichen Boden des Waldwegs. Diese Spuren werden fotografiert und von der Reifenspur wird ein Gipsabdruck angefertigt.

Erste Erkenntnisse:

Noch bevor der Gerichtsmediziner die genaue Todeszeit feststellt, ist schon sicher, dass der Tote noch nicht lange, sondern erst seit dem letzten Regenguss hier liegt. Profilbreite und -tiefe lassen außerdem schon jetzt ungefähr auf die Größe des Autos schließen. In diesem Fall muss es bedeutend größer als ein Kleinwagen gewesen sein.

Die Beamten zupfen mit der Pinzette ein paar Haare des Opfers ab, da sich mit Sicherheit in dem gesuchten Wagen auch Haare befinden. Stimmen diese überein, deutet dies später zusätzlich auf das Täterfahrzeug hin. An einer Stelle entdeckt man auch frische Fußabdrücke und eine Spur, die wie ein Ausrutscher auf dem da wohl noch regennassen Boden aussieht. Die Fußabdrücke passen nicht zu den Schuhen des Opfers. Es könnten Abdrücke des Täters sein.

Noch mehr Erkenntnisse: Bei dem Fundort handelt es sich kaum um den Tatort. Es gibt keine Fußabdrücke des Toten. Er muss also hierhin getragen worden sein. Die Polizei findet noch mehr Spuren. An der Kleidung des Ermordeten befinden sich winzige braune Lacksplitter.

Diese werden unter das Spektrometer gelegt. Die Polizei erkennt, dass es sich um verschiedene Lacke in verschiedenen Farben handelt. Sie deuten nicht auf eine fabrikmäßige Lackierung, sondern auf eine ziemlich gepfuschte Eigenarbeit hin.

Weitere Erkenntnisse: Das Auto wurde mehrmals lackiert, die oberste Lackschicht blätterte offensichtlich schon ab. An den Schuhen des Opfers haften einige Fäden eines dunkelblauen Kunstfasergewebes, die offenbar von einer Autofußmatte stammen. Außerdem entdeckt die Spurensicherung an der Strickjacke einen winzigen roten Lederfetzen. Beide Beweisstücke werden sichergestellt und unter das Spektrometer gelegt.

Noch mehr Erkenntnisse: Der Lederfetzen stammt von einem sehr alten Autoledersitz, der heute gar nicht mehr hergestellt wird. Auch die Fußmatte, von der die dunkelblauen Faserreste stammen, ist im Handel nicht mehr erhältlich.

Die Ergebnisse der Spurensicherung

Ab sofort fahndet die Polizei nach einem großen braunen Auto mit abblätternder Lackierung, alten oder zerschlissenen roten Ledersitzen und dunkelblauen, total abgewetzten Fußmatten, von denen sich Gewebefäden lösen.

Die Ergebnisse der Fahndung

Die Suche nach diesem Wagen dauerte Monate und endete – wie so oft – mit einem Zufallstreffer! Ein Polizist gab sein privates Auto wie immer in einer kleinen Werkstatt zur Reparatur. Auf dem Hof standen noch einige andere, ältere Wagen, darunter ein langer roter amerikanischer Straßenkreuzer mit großen Rädern, an denen die Reifen fehlten. Wegen des auffälligen Autotyps schaute der Polizist ins Wageninnere und sah die roten abgewetzten Ledersitze und die dunkelblauen zerschlissenen Fußmatten. Der Polizist wusste sofort, wonach er suchen musste. Er kratzte unbemerkt leicht an der oberen roten Lackschicht und zum Vorschein kam eine braune Lackfarbe. In der kleinen Halle lagen neben der Hebebühne vier alte Reifen, die von der Größe her zu dem alten, aber jetzt frisch lackierten amerikanischen Schlitten gehören konnten.

Die Schnell und unbemerkt informierte er seinen Vorgesetzten. Dieser schickte ein paar Kripobeamte zu der Werkstatt, die das Material sicherstellten und weitere Spuren suchten. Im Inneren des Straßenkreuzers fanden die Beamten sogar trotz offensichtlich durchgeführter Reinigung im Kofferraum einige Haare.

Die Beweiskette schließt sich

Im Labor wurden diese Spuren mit denen des Tatortes verglichen. Es passte alles zusammen, Leder- und Kunststoff-fetzen, auch die Lackspuren und die Haare stimmten mit denen vom Tatort im Wald überein. Aufgrund der ausgewerteten Spuren handelte es sich hier eindeutig um das Tatfahrzeug. Im

Die Polizei ermittelte den letzten Halter des jetzt abgemeldeten Fahrzeuges. Es handelte sich um einen mehrfach vor-bestraften Einbrecher. Bei der Vernehmung gestand er das Verbrechen. Er war von dem anderen Mann, einem ehemaligen Komplizen, erpresst worden. Bei der verabredeten Geldübergabe hatte er den Erpresser niedergeschlagen, dann er-würgt und in den Wald gefahren. Beim Tragen des Toten war er ausgerutscht und hatte sein Opfer gegen das Auto fallen lassen. So waren Ausrutschspur und Lacksplitter an der Kleidung des Toten zu erklären. Die Ermittlungsakte ging an die Staatsanwaltschaft. Die Anklage lautet auf Mord!

Detektei AC
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