Ein Freitag, hoffentlich kein schwarzer Freitag

Ein Freitag, hoffentlich kein schwarzer Freitag

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Es war der genannte Liefertag. Was könnt noch alles schiefgehen?

Dinge, auf die gar kein Einfluss genommen werden konnte.

Innerbetriebliche Ablaufänderungen, zusätzliche Kontrollen im Betrieb, der Fahrer fällt aus, oder der Wagen läuft nicht oder, oder, oder Weg mit diesen Gedanken, der Erfolg musste erreicht werden, Schluss-Ende Endlos zog sich die Beobachtungszeit an der Rampe hin. 7.00 Uhr, 8.00 Uhr, 9.00 Uhr, endlich 9.50 Uhr fährt der Fleischlaster vor.

Eine gesamte Lieferung wird ausgeladen. Was passiert jetzt? Fährt er leer wieder ab? Es ist soweit, der Wagen wird wieder beladen. Wer belädt den Wagen, wer ist dabei? Die Personen müssen später wiedererkannt werden. Der Wagen ist beladen und fährt um 10.20 Uhr vom Hof.

Das Firmengelände ist weiträumig umstellt.

Die Kripo hat das verabredete Zeichen erhalten. Nun kommt die nächste Etappe.

Auf der Bundesstraße, in Richtung Kölner-Innenstadt wird das Fahrzeug von der Polizei gestoppt. Es ist mit Fleisch, im Werte von ca. 10.000,- -€ beladen. Der Fahrer wird vorläufig festgenommen. Die Kripo erscheint im Supermarkt und verhaftet die Täter und Mittäter am Arbeitsplatz. Der Supermarkt-Manager kann die Vorgänge noch gar nicht fassen. Er steht ratlos und hilflos da.

Natürlich ist es auch hier, wie in vielen anderen Fällen, es waren wieder die scheinbar Zuverlässigsten, die Fleißigsten, die Nettesten, die als Täter enttarnt wurden.

Alle Personen wurden von der Polizei einzeln verhört. Zwei waren sofort geständig. Werner wurde vom Arrestzimmer zum Schreibzimmer geführt. Nun sah er Mike und sagte zu ihm, nachdenklich und in diesem Augenblick, alles begreifend:“ Ach Du bist das!“

Jetzt hatte Werner endlich erkannt, dass er mit den falschen Leuten kriminelle Geschäfte abgewickelt hatte.

Bei den Tätern handelte es sich um 7 Personen. Als Zwischenstation diente eine Räucherei, deren 3 Mitarbeiter, sowie der Fahrer und Fleischereimitarbeiter einen organisierten Ring bildeten. Die Ware wurde an die einzelnen Gaststätten, Kantinen und Imbissläden verkauft.

Der abschließende Bericht des Detektivs deckte auch Mängel im des Supermarktes auf.

Aufgrund der Gesamtermittlungen erhielt der Auftraggeber eine Handhabe zur Vertragsauflösung, was eine Einsparung, in Millionenhöhe für den Konzern ergab.

Zeuge für Heroinprozess gesucht

Detektiv Mike saß im Büro und bearbeitete seine schriftlichen Angebote, die für den fortlaufenden Auftragsbestand unerlässlich waren.

Es klingelte und eine junge, attraktive Frau trat ein. Ihr wurde höflich Platz angeboten. Sie fragte vorsichtig nach den Aufgabenbereichen der Detektei.

„Können Sie in einer sehr wichtigen Sache in Hamburg für mich tätig werden? Es ist eine Sache, die sofort erledigt werden muss, wir brauchen das Ergebnis möglichst schnell“‚

Mike gab zu verstehen, dass er sofort tätig werden kann.

Die Auftraggeberin schilderte folgendes:

„Ich bin mit einem Farbigen verlobt. Er ist zurzeit in Haft. Man hat ihn wegen Heroinhandel angeklagt. Bei der Verhaftungsaktion kam es zu einer Schießerei mit der Polizei. Hierbei ist ein wichtiger Zeuge geflüchtet. Dieser Zeuge kann meinen Verlobten entlasten. Es handelt sich um einen Türken, mit dem Vornamen Hassan. Er arbeitete in einer Diskothek auf der Reeperbahn. Diesen Mann müssen sie finden!“

Die Auftraggeberin hat allerdings einige „Kleinigkeiten“ verschwiegen. Sie verschwieg, dass ein Zeuge, der in der genannten Diskothek in Hamburg, bei Versuchen Informationen zu erhalten, dort erschossen wurde. Sie verschwieg auch, dass es sich bei dem gesuchten Türken um einen Heroinhändler der oberen Härtegrade und Güteklasse handelte und dieser wieder von der Polizei, als Informant geschützt und gedeckt wurde. Weil Mike davon ja noch nichts wusste, nahm er den Auftrag an.

Dennoch vorsichtig, begannen die Ermittlungen auf der Hamburger Reeperbahn. Vier Detektive versuchten den vollständigen Namen des Türken herauszufinden. Nach einigen Ermittlungsstunden stand bereits der vollständige Name fest. Jetzt fehlte die Adresse.

Detektiv Mike und Breitenmoser waren sich sofort einig, die Adresse ist über die Davidswache zu erfahren.

Sie gingen in die berühmte Davidswache und fragten nach der Anschrift des Türken. Ein Polizist begab sich zu einem Karteischrank und suchte die Anschrift heraus. Von einer Streifen fahrt zurück, trat ein Polizist in die Wachstube ein. Ein fragender Blick zu dem Revierbeamten und zurück zu den Detektiven ließen den Revierbeamten eilends erklären: „Das sind zwei Schnüffler, die möchten eine Adresse des Türken Hassan K. wissen!“ Der Streifenbeamte bat den Revierbeamten in einen Nebenraum. Hier unterhielten sie sich ganz leise. Der Revierbeamte betrat den Wachraum und sagte, dass er die Adresse nicht herausgeben kann, da ein Sperrvermerk vorliege.

So kurz vor dem Ergebnis eine Absage, das war etwas Pech.

Die Beamten deckten also einen Kriminellen, aus welchen Gründen auch immer.

In Hamburg gehen die Uhren wohl anders, dachte Mike und fragte seinen Freund Breitenmoser, was er zu dieser neuen Erfahrung sagen würde. „Dann werden wir eben auch etwas die Spielregeln ändern!“ Meinte Breitenmoser.

Die beiden Detektive hatten sich nun etwas ausgedacht.

Gegen Mitternacht klingelten sie den Inhaber der Diskothek „Sahara“, auf der Reeperbahn, aus dem Bett. Warum ein Geschäftsführer einer Diskothek gegen Mitternacht schon im Bett liegen kann?

Weil er frei hatte.

Mit barscher, gespielter Beamtenstimme forderte Mike den Geschäftsführer auf, die Anschrift seines Mitarbeiters Hassan K. zu nennen, da eine Zeugenladung zugestellt werden müsse. Aufgrund der Reaktion des Geschäftsführers konnte sich Mike ausmalen, wie er in strammer Haltung neben dem Bett stand. Er beantwortete artig die gestellten Fragen. Er wollte ja keine Unannehmlichkeiten. Er gab die Adresse bekannt.

Der Name des Zeugen und seine Anschrift mussten pünktlich am nächsten Morgen, 8.00 Uhr, beim Gericht in Lübeck vorliegen. Alle hatten darauf gewartet. Selbst die Presse berichtete in der Schlagzeile: Lübecker Detektiv auf der Suche nach Hassan, im Sahara-Club.

Beim Gerichtstermin wurde der Antrag gestellt, den Zeugen Hassan K. vorzuladen. Die Detektive hatten die Aufgabe, festzustellen, ob Hassan K. noch in Deutschland lebte oder sich in sein Heimatland abgesetzt hatte. Erneut ging die Suche nach Hassan weiter.

Die Suche begann zunächst wieder im Sahara-Club.

Wer Lokalitäten auf der Reeperbahn bereits schon einmal kennengelernt hat, weiß um die Exotik und Artenvielfalt aus Herrgotts Tiergarten. Die Gäste des Sahara-Clubs hatten jedoch noch eine Steigerung dessen geboten. Auf den ersten Blick sah man Marokkaner, Algerier, Türken, Afrikaner. Außerdem hielten sich muskelbepackte Gangstergestalten und bunt geschminkte Nutten und viele bunt gemischte Typen hier auf. Es war ein Utopie, ein Bild einer Ansammlung von Schauspielern, für die Aufführung einer Unterwelt-Krusel Geschichte.

Eine Gruppe von sechs Personen saß im Kreis. Alle rauchten Marihuana Zigaretten.

Informationen über Hassan K. waren hier kaum zu bekommen. Die Anwesenden machten jedenfalls nicht den Eindruck, als sei mit Ihnen zu reden. Hassan wurde seit Tagen nicht mehr gesehen. Das Fernsehen machte auch einige Dreharbeiten, für einen Film, in verschiedenen Lokalen, auch daher lasse sich Hassan nicht mehr sehen.

Nun musste erneut eine neue Variante erdacht werden, um Ergebnisse vorlegen zu können. Gegen 5.00 Uhr fuhren vier Detektive zur angegebenen Anschrift des Hassan K., um ihn dort zu überraschen.

Detektei AC
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