Eine Bestrafung der Täter fand oft nicht statt

Eine Bestrafung der Täter fand oft nicht statt.

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Die Schilderungen dieser Vorgänge sind auf keinen Fall als Anklage gegen die Beamten zu verstehen.

 

Verständnis soll geweckt werden. Die Beamten resignierten. Sie hatten den Druck in der eigenen Hirarchie und den Druck des Rechtsbrechers oder Bürgers auszuhalten. In manchen Fällen hätte ein einziges Wort, das Wort „danke“, aus der Tätigkeit des Beamten, eine sinnvolle Aufgabe werden lassen. Doch es fehlte immer.

So ließen sich auch Entgleisungen anderer Art erklären,

wie die Kumpanei zwischen Dirnen und Polizisten, die Annahme von Waren und Leistungen, die Bewirtung in Bars und Gaststätten, ohne Bezahlung. Die damit verbundene Bevorteilung waren der zwangsläufige Weg, von dem dann eine Sogwirkung, in immer weitere Verstrickungen ausgehen kann. Auch heute wundern sich manche Zeitungsleser über stehlende Polizisten oder darin verwickelte Polizeireviere, die kriminelle Handlungen in der Gemeinschaft vornehmen. Diese Vorgänge sind die Weiterführung eines einmal beschrittenen Weges, abseits des Gesetzes. Niemand wird zum Polizisten geboren oder zum Gangster. Jeder trägt gut und böse in sich; es ist immer die Umwelt, die Umgebung, Freunde, Kameraden, die den Menschen formen.

Was aus den Kameraden des Polizeirevier geworden ist, hat Mike nicht erfahren. Er ging bald einen anderen Weg. Es summierten sich noch vielerlei Dinge. Dazu gehörten ständige Sondereinsätze an Wochenenden. Auch Abordnungen, gegen seinen Willen, zu Handballturnieren veranlassten Mike immer mehr über sein Dienstverhältnis nachzudenken.

Impulsiv schrieb Mike, während der Dienstzeit seine Kündigung und legte diese seinem Dienstherrn vor. Er hatte sich für den Beruf des Detektivs entschieden. Mike hatte in der Wochenendausgabe der Tageszeitung ein Stellenangebot gelesen. Dieser Beruf interessierte ihn. Auch die Verdienst-möglichkeit lag etwas höher, so zumindest die Ankündigungen des Chefs.

Mike war ein fleißiger Polizist, mit Belobigungen und sportlichen Auszeichnungen.

So einen Mann, glaubte er noch einmal insgeheim, wird man vermutlich zurückhalten. Ihm dadurch die fehlende Anerkennung aussprechen. Man wird ihn bitten seine Entscheidung noch einmal zu überdenken, dachte er. Doch er hatte schon wieder Polizeiillussion. Er wurde weder von seinem Vorgesetzten noch von anderen angesprochen. Mike erhielt die schriftliche Bestätigung, per Entlassungsurkunde.

Waren all die Jahre harter Schulung umsonst? Sicherlich nicht, denn es waren ja lehrreiche Jahre, Erfahrungen die fürs Leben bleiben.

Fehler oder nicht, eine genaue Beurteilung, dessen ist wohl nicht möglich. Die Entscheidung war gefallen. Der neue Dienst begann in der Kaufhaus-Diebstahlsüberwachung.

Kaufhaus-Diebstahls-Überwachung

Bei der Kundendiebstahls-Überwachung ergaben sich aufgrund intensiver Beobachtungen, der verschiedenen Merkmale beim Kundenverhalten, Auffälligkeiten. Mike konnte bereits am Verhalten der Kunden, an dessen Bewegung oder Blick erkennen, ob eine Diebstahlabsicht bestand oder nicht. Die Erfolge blieben durch die genaue Beobachtung und das sensible Auffangen der verdächtigen Signale nicht aus und er konnte sich an die Spitze des ca. 50-köpfigen Detektei-Teams hocharbeiten. Aufgrund der guten Leistungen und der zwischenzeitlich hergestellten Kontakte begann, nach acht Monaten, die eigentliche Detektivkarriere. Mike führte danach in selbständiger Verantwortung ein eigenes Detektivbüro. Der erste Auftraggeber war ein Supermarkt in Brühl, dem Wohnsitz von Steffi Graf. Der Supermarkt lag in einem sozial schwachen Wohngebiet, mit einer erheblichen Kriminalitätsrate. Der weitere Berufsweg führte in die Hochkriminalitätsgebiete, wie Frankfurt, Köln, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Lübeck. Doch zu keiner Zeit stellte er eine größere kriminelle Energie bei Straftätern fest, als in dem genannten Ballungszentrum, im Großraum Mannheim. Hier konnte er schnell sein Image aufbauen.

Aufdeckungszahlen, pro Detektiv und Tag bis zu 8 Aufdeckungen, in einem Markt waren üblich. Die Ergebnisse sprachen sich im Einzelhandel schnell herum und es wurden Aufträge für das ganze Bundesgebiet an Mike und dessen Team vergeben. So führte ihn eines Tages ein Auftrag einer Einzelhandelsgruppe zu einem Warenhaus nach Köln. Hier hat die Dachgesellschaft eines Gewerkschaftsunternehmens festgestellt, dass ein ihr angegliedertes Zweigunternehmen hohe Verluste zeichnete. Die Dachgesellschaft musste sich an den Verlusten, die sich Jahr für Jahr, in Millionenhöhe bewegten, anteilig beteiligen. Dem Auftraggeber war ein präziser Fall bekannt, bei dem Waren für ca. 200.000,-€ jährlich verschwanden, die Leitung des Zweigunternehmens jedoch keinerlei Gegenmaßnahmen traf, um die Diebstähle aufzudecken. Gelang es Mike die Diebstähle aufzudecken und konnte die Dachgesellschaft der Leitung des Zweigunternehmens fehlende Kontrollaufsicht nachweisen, konnten hohe Verluste durch die Vertragsauflösung künftig erspart bleiben.

Aufgefallen war ein Angestellter des Zweigunternehmens,

der über große Mengen Bargeld verfügte und das Geld in der Kölner Altstadt, mit Animiermädchen und Bardamen verprasste. Es handelte sich um einen Mitarbeiter aus der Fischereiabteilung.

Mike fuhr nach Köln, suchte das Stammlokal des Angestellten auf und versuchte mit dem Verdächtigen Kontakt aufzunehmen. Mike erklärte, dass er neu in Köln sei. Er gab sich als Diskothekenbesitzer aus. Weiterhin gab er an, dass er in Köln einen Gastronomischen Betrieb eröffnen wolle. Beide hatten sich, nach Kölner Mentalität, sofort gut unterhalten und sich des Lebens gefreut. Man dachte, es handelt sich um langjährige Kneipen Kumpel. Mike versuchte seinen Gegenüber auszuloten, seine Stärken und Schwächen, Wünsche, Leidenschaften und Schwachstellen innerhalb kurzer Zeit, anhand von Äußerungen, Bewegungen und Gesten zu erfahren. Er selbst musste seine Rolle, die des Diskothekenbesitzers, in allen Einzelheiten gut spielen. Dies war ihm nicht sonderlich schwer gefallen, er war ein moderner Typ unserer Zeit. Er kannte alle Varianten. Er gab sich locker, sportlich, großzügig, freundlich, doch konsequent, hart, auch verschlagen, schlitzohrig.

Nennen wir den verdächtigen Schlachterei-Angestellten einmal Werner. Werner, so gab ihm Mike das Gefühl, sollte im Vordergrund stehen. Er sollte als Macher, als starker Typ gelten. Ein psychologisches Spiel. Denn Werner bibberte um Anerkennung, deshalb seine Verschwendungssucht. Allerdings auch ein gefährliches Spiel denn es ging um Werte. Was stand möglicherweise alles dahinter? Es mussten organisierte Diebstähle oder Manipulationen sein, denn sonst könnten die Verluste nicht so hoch liegen. Werner war großzügig, er wurde von Gästen und dem Wirt hofiert.

Detektei AC
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