Ermittlungsbericht für den Auftraggeber in der Sache Hassan K.

Ermittlungsbericht für den Auftraggeber in der Sache Hassan K.

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Am Samstag, den 26.6.1976 wurde gegen 18.30 Uhr mit der Auftraggeberin, Frau Rosemarie K. der Ermittlungsauftrag in den Einzelheiten besprochen und die Auftragserteilung unterzeichnet. Am 28.6.1976 wurde von der Auftraggeberin der Auftrag erweitert. Es sollten weitere Überprüfungen durchgeführt werden.

Am 27.6.1976 fuhren die Detktive Br. und Sch. nach Hamburg,

zur Discothek Sahara. Gleichzeitig fuhren die Detektive We. und Gi. zur Gaststätte Liliput nach Hamburg. Es sollten die beiden Personen Michel und Hassan ermittelt werden.

Ein Anruf in der Discothek ergab, da G Michel dort sei.

In der Discothek Sahara eingetroffen, erschien es zunächst nicht ratsam dort sofort Fragen zu stellen, bevor kein genauerer Überblick geschaffen wurde. Diese Entscheidung ergab sich aus der merkwürdigen Zusammensetzung der Gäste. Dort waren anwesend, Marokkaner, Türken, cker Tunesier, Afrikaner usw.

Die beiden Detektive We. und Gi hatten bis 02.00Uhr nichts in Erfahrung bringen können. Die Detektive Br. und Sch. Konnten herausfinden, dass der genannte Michel als Geschäftsführer im Sahara tätig ist. Die Ermittlungen wurden gegen 05.00 Uhr beendet.

Am 28.6.1976 fuhren die Detektive Br. und Sch. Erneut nach Hamburg. Es wurden die Ermittlungen erneut im Sahara begonnen. Der vollständige Name des Geschäftsführers, dessen Spitzname Michel lediglich bekannt war, wurde festgestellt. Es handelt sich um: Escedan M. , wohn. Hamburg, B.-Str. 74.

Ermittlungen im Lokal Liliput ergaben, dass Hassan hier öfter verkehren würde.

Er sei allerdings wegen der derzeit laufenden Filmaufnahmen noch nicht dagewesen. Er sei sonst aber immer dort. Am 30.6.1976 wurde, nach Erweiterung des Auftrages erneut ermittelt. Gegen 22.00 Uhr fuhren die Detktive Br. und Sch. Erneut nach Hamburg. Es wurden im Sahara und Liliput ca. 20 Personen nach Hassan befragt. Hassan war bei allen Personen bekannt. Viele wussten darüber Bescheid, dass er wegen einer Rauschgiftsache von verschiedenen Leuten gesucht wurde. Keiner der Befragten wusste, wo Hassan zu Zeit zu finden sei.

Auf der Davidswache gab der Wachhabende Wi. An, dass ein Beamter die Personalien von Hassan und seinen derzeitigen Wohnort heute erst notiert habe. Als der Wachhabende einen dort anwesenden Zivilbeamten fragte, erklärte dieser: „Natürlich, Hassan hatten wir doch schon hier“‚ Der Zivilbeamte erklärte, dass Hassan ständig Straftaten begehe.

Die Personalien, mit Wohnanschrift wurden dann jedoch wegen eines eingetragenen Sperrvermerkes von der Polizei nicht herausgegeben.

Die Ermittlungen wurden weitergeführt und der Auftraggeberin auch weiter berichtet. Um Wiederholungen zu vermeiden wird an dieser Stelle die Berichterstattung für den Auftraggeber abgebrochen. Wie nachfolgend zu sehen berichtete die Lübecker Nachrichten von dem Detektiveinsatz.

Zeitungsbericht der Lübecker Nachrichten

Lübecker Detektiv auf der Suche nach Hassan im Hamburger Sahara-Club

Heute dritte Runde im Rauschgift-Prozess vor der III. Großen Strafkammer

Ihren Urlaub werden Vorsitzender Richter Hopp und Staatsanwalt Wengelnik noch etwas verschieben müssen. Der Rauschgift-Prozess gegen die drei Angeklagten Genesis, Kwabla und Sowah, der ursprünglich nur einen Tag dauern sollte, geht heute vor der III. Großen Strafkammer des Lübecker Landgerichts in die dritte Runde.

Es tauchen immer neue Zeugen auf. Die Verteidigung beschäftigt inzwischen einen Detektiv, der bereits den Zeugen Miguel auf der Hamburger Reeperbahn ausfindig machte, der für die heutige Verhandlung einen Türken namens Hassan im Hamburger Sahara-Club aufspüren soll. Genesis und Kwabla sitzen auf der Anklagebank, weil sie in Hamburg 14 Kilogramm Marihuana verkauft und in Lübeck die Ware übergaben. Ausgerechnet an einen Mitarbeiter des Hamburger Rauschgift-Dezernats. Das Rauschgift habe er verstecken müssen, und zwar in seinem Koffer im Keller der Wohnung von Sowah (.ohne dessen Wissen“), erklärte Genesis vor Gericht. Er sei von Miguel dazu gezwungen worden.

Der zierliche Miguel, der Araber ist und im Sahara-Club arbeitet, muss dort zurzeit ohne seinen Kollegen aus- kommen. Der sitzt nämlich im Hamburger Untersuchungsgefängnis. Der Grund: Ein Nigerianer wurde wahrscheinlich ermordet. Das und eine Pistole, die plötzlich auf dem Tisch gelegen habe, hatten Genesis dazu veranlasst, sich auf die Rauschgift-Sache einzulassen. Der Zeuge Miguel jedoch bestritt diese Aussage des Angeklagten.

Kwabla nun will in die ganze Affäre nur verwickelt worden sein, weil er sich um Genesis gekümmert hatte.

Der war gerade aus Ghana gekommen, brauchte eine Unterkunft, einen Job und vor allem wohl auch Hilfe, nachdem in seinem Koffer zwischen Büchern plötzlich auch 14 Kilogramm Marihuana lagen. Kwabla, der seit vier Jahren ohne Arbeit ist, finanziell aber von Freundinnen unterstützt wird, „war gegenüber Landsleuten immer hilfsbereit, ohne Geld dafür zu nehmen“, sagte seine Ehefrau vor Gericht aus. Er sei mit ihnen nach Bonn gefahren, um Ausweispapiere zu besorgen, hatte denjenigen, die in Abschiebehaft saßen Anwälte vermittelt «und war überhaupt so eine Art Anlaufstelle für seine Landsleute.“

Die Verteidigung beantragte die Vernehmung des Zeugen Hassan, weil es Grund zu der Annahme gäbe, es handele sich um einen Rauschgifthändler, der einerseits der Kriminalpolizei Hinweise gäbe, um andererseits damit möglicherweise unliebsame Konkurrenten auszuschalten. Iwan Iwanow, Chef im Sahara-Club sagte vor Gericht aus, Hassan habe einmal kurz bei ihm gearbeitet: Damals habe ich von Kollegen gehört, dass er auch Rauschgiftgeschäfte gemacht haben soll.“ Der Prozess wird heute im Schwurgerichtssaal fortgesetzt. vr

Zeitungsbericht der Lübecker Nachrichten

Rauschgiftprozess vertagt

Warten auf Zeuge Hassan

Die Verhandlung Im Rauschgift-Prozess vor der III. Großen Strafkammer des Landgerichts Lübeck wurde gestern morgen abgebrochen.

Das Verfahren gegen die drei Angeklagten Genesis, Kwabla und Sowah ist zunächst einmal ausgesetzt und wird voraussichtlich etwa ab August wieder aufgenommen werden können.

Damit wurde vom Gericht der Verteidigung Gelegenheit gegeben, den in Hamburg lebenden Türken Hassan, der als Zeuge geladen werden soll, ausfindig zu machen. Die Anwälte Dr. Klohs, Dr. Niemann und Faust hatten bereits einen Lübecker Detektiv auf die Spur des Türken gesetzt. Dem Gericht versicherte der Detektiv gestern Morgen, er habe bereits die genaue Anschrift des Zeugen und auch die Gewissheit durch Gespräche mit dessen Familie, dass Hassan bald in seine Hamburger Wohnung zurückkehren werde.

Die Verteidigung geht davon aus, dass Hassan der vierte Mann ist, in dessen Gegenwart die beiden Angeklagten Genesis und Kwabla 14 Kilogramm Marihuana an einen Mitarbeiter des Hamburger Rauschgift-Dezernats verkauften. Beide sollen bei dem Handel nicht gewusst haben, wem sie den Stoff anboten.

Vorsitzender Richter Hopp erklärte gestern, die‘ Kammer habe sich bemüht, die Verhandlung mit Nachdruck zu betreiben, weil zwei der Angeklagten in Untersuchungshaft sitzen. Er bat deshalb die Verteidiger:  Je eher es Ihnen gelingt, einen Hinweis dafür zu geben, dass Hassan gefunden wird, desto eher können wir einen neuen Verhandlungstermin bestimmen.“ Zur Wiederaufnahme des Verfahrens werden dann noch einmal alle für die Beweisaufnahme wesentlichen Zeugen geladen werden.

Detektei AC
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