Sondereinsätze der Detektei

Kontrolle der Putzdienste, durch eine Detektei

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Sondereinsätze der Detektei

Hierzu werden beispielsweise die Überprüfung von Fremdfirmen gezählt.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass Putzfirmen mit ihrem Putzgerät Waren aus dem Kaufhaus geschleust haben. Hier ist in unregelmäßigen Abständen eine Kontrolle der Putzdienste vorzunehmen.

Bei einer durchgeführten Kontrolle in einem Warenhaus in Kiel wurden 15 Mitarbeiter überprüft. Hierbei wurden 4 Personen festgestellt, die Waren versteckt hatten und diese aus dem Haus bringen wollten. Bei den Artikeln handelte es sich um Bettwäsche, Elektroartikel, Drogerieartikel und Kinderbekleidung.

Die Überprüfung des Putzdienstes kann dann vorgenommen werden, wenn es sich um eine Fremdfirma handelt und deren Einsatz in einem Rahmenvertrag geregelt ist. In dem Rahmenvertrag ist eine Kontrollmöglichkeit der einzelnen Mitarbeiter festgelegt, die dieser Kontrollmaßnahme ebenfalls zugestimmt haben. Bei allen anderen Kontrollen des Personals ist das Betriebsverfassungsgesetz zu beachten. Natürlich in jedem Falle auch die gesetzlichen Regelungen.

Ablauf einer Kontrolle:

Die Detektive müssen über den genauen Einsatzplan der Putzdienste informiert sein. Pünktlich zum Dienstende finden sich mehrere Detektive beim Personaldurchgang ein. Beim Verlassen des Geschäftes werden die Mitarbeiter der Putzkolonne angehalten und sie auf die Kontrollvereinbarung hingewiesen. Die Personen werden befragt, ob sie mit einer Überprüfung einverstanden sind. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass keine Mitarbeiter des Putzdienstes mehr in die Verkaufs- oder Nebenräume gelangen können oder Ware weggeworfen werden kann. Der genaue Einsatzplan ist vor dem Einsatz mit den Detektiven durchzusprechen.

Dann werden die Mitarbeiter einzeln, in einem separaten Raum überprüft. Männliche Mitarbeiter werden von männlichen, weibliche Mitarbeiter von weiblichen Detektiven kontrolliert.

Wird versteckte Ware gefunden, erfolgt die Erstattung einer Strafanzeige. Bei Diebstählen mit hohen Warenwerten oder größeren Warenmengen soll die Polizei eingeschaltet werden, damit die Frage einer Hausdurchsuchung geklärt werden kann.

Die ertappten Mitarbeiter erhalten Hausverbot, in jedem Falle wird die Geschäftsleitung informiert. Die Firmenleitung des betroffenen Putzunternehmens wird ebenfalls bei, Auffälligkeiten, informiert.

Bei hauseigenen Putzdiensten muss der Betriebsrat der Kontrolle zustimmen und ein Betriebsratsmitglied bei der Kontrolle anwesend sein.

Wie verhält es sich mit dem Hausverbot?

Wurde ein Straftäter in der Kaufhausüberwachung gestellt, wird Strafanzeige erstattet und ein Hausverbot ausgesprochen.

Das Hausverbot wird schriftlich an Ort und Stelle, im Auftrag der Filialleitung erteilt. Das Hausrecht wurde in der Regel dem Detektiv übertragen. Es ist oft unbegrenzt gültig, in Ausnahmefälle auf ein Jahr begrenzt. Diese Begrenzung ist dann allerdings in der schriftlichen Hausverbotserklärung eindeutig und unmissverständlich festgelegt. Der Text der Hausverbotserklärung ist oft in dem Formblatt der Strafanzeige integriert. Der Beschuldigte wird auch darauf hingewiesen, dass er bei Verstoß gegen dieses Hausverbot mit einer Strafanzeige, wegen Hausfriedensbruch rechnen muss. Die strafrechtliche Verfolgung des Hausfriedensbruchs tritt nur auf Antrag ein. Der Strafantrag kann bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft, vom Berechtigten, gestellt werden. Die Rücknahme des Strafantrages ist möglich.

Kostenersatz-Bearbeitungsgebühr-Fangprämie

Nach der Rechtsprechung ist die Erhebung eines pauschalen Kostenersatzes oder Bearbeitungsgebühr nicht mehr erlaubt. In vielen Unternehmen wird auch darauf verzichtet eine Fangprämie zu erheben. Die Fangprämie kann allerdings, festgelegt nach einem BGH-Urteil, pauschal erhoben werden. In dem BGH-Urteil wurde ausdrücklich erlaubt eine Fangprämie von dem gestellten Ladendieb zu kassieren, die in der Regel bei 50,-€ liegt. Diese Regelung wird in den verschiedenen Unternehmen sehr unterschiedlich gehandhabt. Hier sollte der Detektiv die unterschiedlichen Verfahrensweisen beachten.

Im Allgemeinen wird die Fangprämie an das jeweilige Kaufhaus abgegeben. Nur in Ausnahmefällen und bei einer Sondervereinbarung kann der Detektiv die Prämie einbehalten. Diese Regelung ist allerdings eine sehr unglückliche Variante. Kaufhäuser, die mit dieser Regelung arbeiten sind meist nicht sonderlich liquide und die moralische Ausgangsposition bedenklich. Hierbei kommt in jedem Falle der Detektiv als „Kopfgeldjäger“ ins Zwielicht. Das Kaufhaus trägt in jedem Falle auf billige Art die gesamte Diebstahls-Abwicklung auf dem Rücken der Detektive aus. Wird eine Prämie erhoben, wird der Beschuldigte in jedem Falle darüber belehrt, dass die Zahlung des Betrages in keinem Zusammenhang mit der Erstellung einer Strafanzeige steht. Hier wäre die Gefahr der Nötigung gegeben. Strafanzeige wird immer gestellt, ob der Kunde die Prämie bezahlt oder nicht bezahlt. Weigert sich der Täter Zahlung zu leisten, kann die Prämie zivilrechtlich eingeklagt werden. In dem Diebstahlprotokoll wird immer vermerkt, ob bezahlt wurde oder nicht.

Bei strittigen Tathergängen, wie z. B. Preismanipulationen sollte der Detektiv von der Erhebung einer Fangprämie absehen und dies in der Anzeige vermerken. Die Gegenseite wird bei strittigen Abläufen immer behaupten, dass der Detektiv falsche Angaben mache, um in den Genuss der Fangprämie zu gelangen.

Testkäufer

Zur Überprüfung der Arbeitsabläufe an den Kassen werden Test- oder Trickkäufer eingesetzt. Ihre Aufgabe ist es, Kassiererinnen ausfindig zu machen, die z.B. wichtige Betriebsanweisungen nicht beachten. Hierzu gehören beispielsweise Feststellungen, ob abgezählte, passende Geldbeträge, die der Kunde bezahlt, in die Kasse eingebongt werden. Es wird auch überprüft, ob die Kassiererin Anweisungen befolgt, wie z.B. in Kartons, Koffer oder Taschen zu sehen, um versteckte Waren zu finden.

Ablauf eines Tests:

Ein Einkaufswagen wird mit Lebensmittel, des täglichen Bedarfs, gefüllt. Dann werden verschiedene Dinge manipuliert. Es werden zum Beispiel aus einem Karton mit Traubensaft die Flaschen entnommen und der Karton mit Cognacflaschen aufgefüllt. Der Einkaufswagen wird von der Testperson zur Kasse geschoben und die Ware zur Bezahlung vorgelegt. Arbeitet die Kassiererin korrekt, findet sie die versteckten Cognacflaschen. Nach Abschluss der Tests werden die Kassiererinnen auf ihre Fehler aufmerksam gemacht. Über den Testkauf wird in der Regel ein Protokoll gefertigt, das der Geschäftsleitung zur Ergreifung weiterer Maßnahmen vorgelegt wird.

Die Testkäufe sollen so ausgerichtet sein, dass die Kassiererin die Chance hat versteckte oder manipulierte Ware zu finden, wenn sie korrekt nach ihrer Arbeitsanweisung kassiert.

Der Testkäufer darf beispielsweise keine Ware in einem Karton verstecken und den Karton mit Isolierband verkleben. Hier hätte die Kassiererin nicht die Möglichkeit den Karton aufzureißen. Bei vorgetäuschten Preismanipulationen soll der Differenzbetrag auch so erheblich sein, dass die Kassiererin den falschen Preis erkennen müsste. Der Testkäufer könnte beispielsweise eine Flasche eines Markenwhisky zu 35,-€, auf 7,95 € umzeichnen. Oder einen CD-Recorder zum Preis von 1.200,-€, auf den Preis von 159,-€ herunter manipulieren. Beide Artikel sind derart billig, im Verhältnis zum tatsächlichen, üblichen Preis, dass dies unbedingt von der Kassiererin bemerkt werden müsste.

Tests an SB-Kassen im Warenhaus haben auch ergeben, dass Bierkästen, die auf der unteren Ablage des Einkaufswagens abgestellt werden, von den Kassiererinnen grundsätzlich übersehen werden. Die Fehlerquote, die durch Tests an 20 bis 25 Kassen durchgeführt wurde, lagen teilweise bei 00 %. Zur Beseitigung dieser Marktschwachstelle bietet sich ein elektronisches Sicherungssystem an. Dieses System alarmiert akustisch, durch einen Hupp Ton die Kassiererin, dass sie Ware übersehen hat, die der Kunde auf der unteren Ablage des Einkaufswagens abgestellt hat.

Bemerkt die Kassiererin bei dem Testkäufer versteckte Waren, gibt er sich noch nicht zu erkennen. Er beobachtet vielmehr den weiteren Ablauf. Die Testperson stellt sich unwissend und erklärt, dass er die Ware so aus dem Regal genommen habe. Die korrekte Kassiererin müsste in jedem Falle den Detektiv oder die Kassenaufsicht verständigen.

Durch die Tests „erbeutete Ware“ soll auf keinen Fall das Warenhaus verlassen, da die Testpersonen sich keinem Diebstahlverdacht aussetzen sollten.

Nach den Tests und der Vorführung beim Kassenpersonal muss der alte Zustand der Ware wieder hergestellt und manipulierte Preise wieder auf die Originalpreise abgeändert werden.

Wie steht es mit der Kontrolle von Lieferanten?

Das Lieferpersonal von Fremdfirmen steht in keinem direkten Vertrags Verhältnis zu den belieferten Warenhäusern. Vertragliche Vereinbarungen bestehen zwischen dem zu beliefernden Kaufhaus und der Lieferfirma und andererseits zwischen der Lieferfirma und deren Angestellten. Es bestehen somit keinerlei Regelungen, die über das normale Maß der Kontrollmöglichkeit hinausgehen. Haben sich Verdachtsmomente ergeben, so ist, nur mit Zustimmung des Fahrers eine Durchsicht des Fahrzeuges möglich. Beispiel: Ein Detektiv hat den Fahrer beobachtet, wie er aus dem Verkaufsraum des Warenhauses ein Radiogerät mitgenommen und zu seinem Fahrzeug gebracht hat. Der Fahrer wird bei seinem Fahrzeug angesprochen und es wird um eine Durchsicht des Fahrzeuges gebeten. Weigert sich der Fahrer, erfolgt eine vorläufige Festnahme und die Einschaltung der Polizei. Die Lieferfirma muss verständigt werden, wenn ein Fahrer bei Diebstählen oder Manipulationen gestellt wurde. Auch der Fahrer erhält, wie andere Täter auch, Hausverbot.

Hausdurchsuchung – durch wen und wie?

Eine Hausdurchsuchung ist ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte. Eine derartige Maßnahme kann nur der Richter anordnen. Bei Gefahr im Verzüge kann auch die Staatsanwaltschaft oder deren Hilfsbeamte eine solche Maßnahme treffen.

Für eine Durchsuchung müssen bestimmte Voraussetzungen bestehen. So könnte beispielsweise der dringende Verdacht geboten sein, dass der Täter mehrere Diebstähle der gleichen Art durchgeführt hat und sich die Ware in seiner Wohnung befindet. Eine Entscheidung über die Durchsuchungsmaßmaßnahme fällt vorab die Polizei und leitet gegebenenfalls weitere Schritte ein. Der präzise Bericht des Detektivs, über Tathergang und Verdachtsmomente gibt der Polizei die Entscheidungshilfen.

Beispiel:

In einem Bekleidungsgeschäft wurden immer zur Mittagszeit, in der Damenmodeabteilung, 6 bis 7 leere Kleiderbügel gefunden, die in Damenjacken versteckt waren. Bei der Beobachtung in diesem Zeitraum wurde eine Kundin gestellt, die an diesem Tage auch 7 leere Kleiderbügel zurückgelassen und die Ware entwendet hatte. Die geschickte Befragung ergab, dass sie auch andere Teile entwendet hatte, die sie in ihrer Wohnung aufbewahren würde.

Der vorbereitete Bericht war für die Polizei eine hervorragende Grundlage die Durchsuchung ihrer Wohnung vorzunehmen. Es wurden Textilien für 5000,-€ vorgefunden, die sie unter ihrem Bett versteckt hatte.

Während langjähriger Tätigkeit im Überwachungsbereich wurden durch Veranlassung der Detektive, bei Hausdurchsuchungen, in Einzelfällen, Waren für über 100.000,€ vorgefunden.

Kann der Kunde auf eine falsch ausgezeichnete Ware bestehen?

Nein-Beim Kauf einer Ware konnte es zu einem Vertrag. Dieser kommt nur durch eine deckungsgleiche Annahme des Angebotes zustande.

Beispiel:

Der Kunde will ein Brot kaufen. Er legt dieses der Kassiererin vor.

Sie bongt den Betrag in die Kasse, der Vertrag ist angenommen und abgeschlossen. Oder, der Kunde legt der Kassiererin ein Paar Schuhe vor, deren Preis falsch ist. Die Kassiererin merkt den falschen Preis und verweigert die Herausgabe zu dem billigen Betrag. Es findet also kein Vertrag statt. Merkt die Kassiererin nicht, dass der Preis manipuliert wurde oder die Ware lediglich falsch ausgezeichnet ist, sondern der Detektiv bemerkt den Vorgang, nach der Eingabe in die Kasse, besteht kein Anspruch für den Kunden. Entweder hat der Kunde den Preis manipuliert, dann besteht kein Rechtsanspruch, weil die Kassiererin getäuscht wurde oder die Ware war falsch ausgezeichnet, dann handelt es sich um einen offensichtlichen Irrtum ( § 119 BGB). Der eingebongte Betrag wird dem Kunden zurückerstattet. Bei einer falsch ausgezeichneten Ware könnte es sich um einen Verstoß der Wettbewerbsbestimmungen handeln. Ein Unternehmen könnte Ware billig auszeichnen, um Kunden anzulocken und die Ware dann nicht zum Billigpreis herausgeben. Diese Vorgänge sind allerdings bei größeren Unternehmen, so gut wie ausgeschlossen.

Detektei AC
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