Verschlüsselt Botschaften

Verschlüsselt Botschaften

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Wie sich Detektive und Spione verständigen

Detektive und Spione sind immer der Gefahr ausgesetzt, dass ihre Informationen in die falschen Hände geraten. Um das zu verhindern, sind sie gezwungen, ihre Botschaften in Geheimschrift zu verfassen oder eine unverständliche, kodierte Sprache zu benutzen. Welche Möglichkeiten es da gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Wie geheime Nachrichten übermittelt werden

Manchmal ist es ganz wichtig, geheime Nachrichten auszutauschen, die aufgeschrieben und für den anderen an geheimen Orten (toten Briefkästen) hinterlegt werden. Außerdem kann man sie zur Sicherheit auch noch in einer kodierten oder unsichtbaren Schrift abfassen. Als toter Briefkasten für Geheimnachrichten ist zum Beispiel ein hohler Baum geeignet. Man kann aber auch verabreden, dass sich der Briefkasten unter einem großen Stein, in einer Erdgrube, hinter einem Blumenkasten oder unter einer losen Bodenplatte befindet.

Nur in Ausnahmefällen und wenn die Zeit zu knapp ist, kann eine Geheimbotschaft auch direkt übergeben werden. Dabei aber muss man sich als Profi tarnen. Denn so ein Treffen muss schnell und heimlich erfolgen. Sinnvoll ist es auch, die Nachricht getarnt zu überreichen, zum Beispiel durch die Übergabe eines Buches, eines Schirmes, einer Zeitung, einer Streichholzschachtel, eines Kaugummipäckchens, einer Keksdose, eines Geschenkpaketes oder eines Blumenstraußes.

Die besten Geheimkodes für Nachrichten

Wichtige Nachrichten werden von Agenten, aber auch von Detektiven kodiert weitergeleitet, damit sie auch dann geheim bleiben, wenn sie in die Hände der Gegenseite fallen.

Ganz einfach – aber nicht so sicher: Der Punktkode

Schön an diesem Kode ist, dass man ihn nicht lange lernen muss. Aber leider ist er auch für Nichteingeweihte leichter als andere zu entschlüsseln.

Er funktioniert so, dass Sie einen normalen Brief schreiben. Ist er fertig, setzten Sie über oder unter einige Buchstaben einen kleinen Punkt. Setzt der Empfänger diese markierten Buchstaben der Reihe nach aneinander, ergeben sie die Geheimbotschaft. Um das Entschlüsseln für Unbefugte etwas schwerer zu machen, kann man noch Folgendes vereinbaren:

Die markierten Buchstaben werden nicht Zeile für Zeile aneinander gereiht, sondern die erste Zeile ist eine Täuschung und gilt nicht, ebenso wenig die dritte, fünfte, siebte und so weiter. Nur die markierten Buchstaben aus der zweiten, vierten, sechsten, achten und allen weiteren geraden Zeilen gelten. Aber: Um den unerwünschten Leser abzulenken, müssen auch in den nicht geltenden Zeilen Punkte vorhanden sein.
Die markierten Buchstaben werden in der ersten Zeile von rechts, in der zweiten von links, in der dritten wieder von rechts und so weiter zusammengefügt.
Nach den Buchstaben aus der ersten Zeile von oben werden die Buchstaben aus der ersten Zeile von unten genommen, dann die aus der zweiten Zeile von oben und daran anschließend die aus der zweiten Zeile von unten. So geht es immer weiter.
Auch dieser einfache Kode lässt sich also sicherer machen. Sie müssen nur genau verabreden, welches Verfahren angewendet werden soll.

Einfach und sicherer: Der Rückwärts-Gruppen-Kode

Bei diesem Kode schreiben sie alle Wörter Ihrer Nachricht rückwärts. Das geht schnell und leicht, wenn Sie die Buchstaben und Wörter von rechts nach links statt wie sonst von links nach rechts schreibst. Um den unbefugten Leser noch mehr zu verwirren, wird außerdem nach jedem dritten Buchstaben eine Lücke gelassen. Wer sich damit nicht aus-kennt, wird eine ganz andere, viel schwierigere Verschlüsselung dahinter vermuten – und kaum auf die einfache Lösung kommen.

Für echte Profis: Der fast unknackbare Zahlencode

Dieses Verschlüsselungsverfahren ist deshalb so sicher, weil jeder Buchstabe durch eine Zahl ersetzt wird. Und welche Zahl für welchen Buchstaben steht, können sie selbst in einer Verschlüsselungstabelle festlegen.

Wichtig beim Aufstellen der Tabelle ist, dass die Zahlen unter den Buchstaben völlig willkürlich gewählt werden. Außerdem muss beim Verfassen einer kodierten Nachricht darauf geachtet werden, dass hinter jedem Buchstaben ein Punkt gemacht wird – sonst kommen sie mit den Umlauten durcheinander. Denn ein Ä wird aus den Zahlen für A und E, ein Ö aus den Zahlen für 0 und E, ein Ü aus den Zahlen für U und E zusammengesetzt. Ist ein Wort komplett verschlüsselt, macht ihr nach seinem letzten Buchstaben einen Doppelpunkt.

Beispiel für die Zahlenkode-Verschlüsselungs-Tabelle

ABCDEF
551939596747
GH1JKL
374452999082
MN0PQR
756641956311
STUVWX
254831131577
YZ
8831

Beispiel für eine kodierte Nachricht: 31.75:47.3167.66.47:52.75:90.82.31.19.44.55.31.25

Die Nachricht lautet: um fünf im Klubhaus Auch für Profis: Der Alpha-Alpha-Kode

Dieses Kodiersystem funktioniert ganz ähnlich wie der Zahlenkode – nur wird hier jedem Buchstaben ein anderer Buchstabe in beliebiger Reihenfolge zugeordnet. Wir verwenden also das Alphabet doppelt – deshalb Alpha-Alpha. Die Nachricht wird dann nur mit dem zugeordneten Buchstaben geschrieben, so dass die Buchstabenreihe für Außenstehende völlig sinnlos ist. Außerdem wird nach jedem Wort ein Punkt gesetzt. Das erleichtert später das Lesen – und verwirrt den nicht eingeweihten.

Noch schwerer zu knacken ist eine kodierte Nachricht allerdings, wenn sie

Ausschließlich Großbuchstaben verwendet, damit Unbefugte nicht auf Satzanfänge oder Hauptwörter schließen können, oder
wenn sie (wie im Beispiel unten) statt des Punktes zwischen zwei Wörtern dort ein Ä, Ö oder Ü setzt. Das verwirrt den Unbefugten noch mehr. Wir aber wissen, dass diese Buchstaben nur eine einzige Bedeutung haben: Hier steht eigentlich gar kein Buchstabe.
Beispiel für die Alpha-Alpha-Verschlüsselungs-Tabelle

ABcDEF
H0R1cU
GH1JKL
JPAKLQ
MN0PQR
NEXMDY
STuVWX
GWzsBF
Yz
TV

Beispiel für eine kodierte Nachricht: PCZWCÄZ N Ö U ZC E U Ü SXYÄICYÖG R PZQC

Die Nachricht lautet: heute um fünf vor der Schule

Wenn sie fremde Kodes knacken müssen

Alle Agenten und Detektive sollten ihre Geheimkodes ständig ändern, indem sie einfach neue Verschlüsselungstabellen aufschreiben. Denn kein Kode ist absolut sicher. Deshalb kannst du auch versuchen, fremde Kodes zu knacken. Mit ein wenig Übung, Kombinationsgabe und durch das Ausprobieren verschiedener Kombinationen wirst du Erfolg haben. Denn aus der Häufigkeit und der Wiederkehr von Buchstaben oder Zahlen kann man vieles erkennen.

Zuerst zählen sie die Häufigkeit einzelner Buchstaben oder Zahlen in einer kodierten Nachricht.
Die am häufigsten vorkommenden Buchstaben in der deutschen Sprache sind: E, N, S, R, L und T.
In jedem Wort mit nur zwei Buchstaben muss einer der folgenden Vokale Vorkommen: A, E, I, 0 oder U.
Ein Wort mit einem G als letztem Buchstaben endet sehr häufig mit ung.
Überdurchschnittlich viele Wörter im Deutschen enden mit den Buchstaben E, N, R oder T.
Die häufigsten Wörter mit drei Buchstaben sind: der, die, das, dem, den, des, auf, bei, ein, und, ich, ist, mit, nur, von, vor, wir.
Gelingt es Ihnen, anhand dieser Gesetzmäßigkeiten nur ein paar Buchstaben richtig zu dekodieren, geht es beim Rest fast wie von selbst.

Unsichtbare Geheimschriften

Wem die Kodierungen zu kompliziert sind, kann auch Nach-richten versenden, die mit unsichtbarer Tinte geschrieben werden. Das ist eine Flüssigkeit, die nach dem Eintrocknen auf dem Papier nicht mehr sichtbar ist. Der Empfänger erhält somit einen Brief, auf dem mit dem bloßen Auge nichts zu sehen ist.

Ein absolut leeres Blatt Papier aber ist auch verdächtig. Deshalb sollten sie einen Unbefugten, der den Brief eventuell abfangen könnte, in die Irre leiten:

Schreiben sie mit der Geheimtinte zwischen den Zeilen eines normalen, ganz harmlosen Briefes oder
schreibe auf die Blattrückseite ganz normalen Text, um von der unsichtbaren Geheimbotschaft abzulenken.
Wichtig ist außerdem, dass sie gelegentlich zwischen mehreren Möglichkeiten für Geheimbotschaften wechselst und auf dem Brief immer einen Hinweis auf die Geheimschrift notierst, zum Beispiel ein Z für Zauberstift, ein T für Zaubertinte oder ein W für Wachsschrift.

Geheimschriften mit dem Zauberstift

Schreiben Sie ihre Nachricht mit einem der Stifte, die sonst zum Löschen von Füllfederhaltertinte verwendet werden. Wenn der Empfänger jetzt das Blatt mit Tinte ausmalt, ist die Botschaft in Form von weißen Buchstaben zu erkennen. Dort nämlich setzt sich die Tinte nicht fest.

Geheimschriften mit Wachs

Zünden Sie eine Kerze an und lasse Wachs über ein ganzes Blatt Papier träufeln. Die gewachste Seite legen sie dann auf ein anderes, leeres Blatt Papier. Jetzt schreiben sie ihre Nachricht. Drücken Sie dabei fest auf, damit sich das Wachs auf das Blankoblatt überträgt. Wer die Botschaft lesen möchte, muss nur noch Farbpulver, Kakao oder Puder über das Blatt streuen. Anschließend werden Farbe oder Puder weggeblasen. An den Stellen der Wachsbotschaft bleibt die Farbe haften und die Buchstaben werden sichtbar.

Geheimschriften mit Zaubertinte

Die beste Tinte für Geheimschriften ist der Saft von Zitronen, Orangen, Grapefruits, Kartoffeln oder Zwiebeln, du kannst aber auch mit Milch oder weißem Essig schreiben. Die Schrift verschwindet, sobald diese Zaubertinte getrocknet sind.

Wenn sie die Geheimschrift lesen möchten, legen sie das Papierblatt auf die oberste Backofenschiene eines leicht vorgeheizten Backofens. Das Papier darf nicht zu heiß werden, sonst ist es nicht lesbar. Nach kurzer Aufwärmzeit kannst du die Botschaft in deutlicher brauner Schrift lesen. Sehr gut lässt sich das Papier auch über einer Glühlampe erwärmen. Aber Achtung: Auch da darf es nicht zu dicht heran gehalten werden, weil sonst das ganze Papier braun wird und sich die Buchstaben in Zaubertinte nicht mehr abheben.

Detektei AC
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