detektei-privatdetektive

Was bei Profiermittlern noch zur Ausrüstung gehört

by

Was bei Profiermittlern noch zur Ausrüstung gehört

Bisher unterscheidet sich unser Einsatzkoffer noch gar nicht von dem eines Profiermittlers bei echten Kriminalfällen. Aber die Polizei und große Detektivbüros haben natürlich viel mehr Geld zur Verfügung als wir. Deshalb können die auch richtig teure Spezialgeräte einsetzen. Und zur Grundausbildung eines Kinderdetektivs gehört natürlich auch, diese Geräte der Profikollegen zu kennen und zu wissen, wofür sie benutzt werden, was mit ihnen gemacht wird.

Laserstrahl-Detektor

Dieses Gerät arbeitet präziser als ein menschliches Auge und kann auch noch die schwächsten Fußabdrücke auf einem Teppichboden erkennen und außerdem vermessen. Der Laserstrahl-Detektor nimmt dazu ein Hologramm des Fußabdruckes auf, so nennt man ein räumliches Bild. Daraus lassen sich dann durch Computerberechnungen sogar Rückschlüsse auf die Größe, das Körpergewicht und die Statur des Täters ziehen.

Spektrometer

Hiermit können zum Beispiel Glas- und Farbsplitter sowie Lackreste analysiert werden. Wenn solche Materialien unter das Spektrometer (eine Art Mikroskop) gelegt werden, können Rückschlüsse auf Fabrikat, Modell und Baujahr des Autos gezogen werden. Die Kriminaltechnischen Untersuchungsstellen haben übrigens eine riesige Sammlung von Farbproben – für alle bei uns angemeldeten Automodelle.

Infrarot-Sensor

Diese Fernsehkamera nimmt die unsichtbaren Wärmestrahlen eines menschlichen Körpers im Dunkeln auf und zeigt sie wie ein Foto. Verfeinerte Infrarot-Sensoren werden auch zur ständigen Überwachung eines Ortes eingesetzt. Hiermit können Einbrecher auch in der Dunkelheit gefilmt werden.

Videokamera mit Tonspur

Hiermit werden Bewegungsabläufe und Geräusche aufgenommen wie bei Fernsehaufzeichnungen. Diese Kameras werden an Schauplätzen großer Verbrechen eingesetzt, zum Beispiel bei Banküberfällen, Geiselnahmen und Verfolgungsfahrten. So wichtig ist Spurensicherung:

Das Beispiel mit dem Toten im Wald

Ein Spaziergänger findet im Wald die Leiche eines offenbar erwürgten Mannes. Er alarmiert die Polizei. Kurze Zeit nach der Kripo treffen die Experten von der Spurensicherung ein. Sie entdecken zunächst frische, noch nicht vom Regen des Vortages verwaschene Reifenspuren im weichen Boden des Waldwegs. Diese Spuren werden fotografiert und von der Reifenspur wird ein Gipsabdruck angefertigt.

Erste Erkenntnisse: Noch bevor der Gerichtsmediziner die genaue Todeszeit feststellt, ist schon sicher, dass der Tote noch nicht lange, sondern erst seit dem letzten Regenguss hier liegt. Profilbreite und -tiefe lassen außerdem schon jetzt ungefähr auf die Größe des Autos schließen. In diesem Fall muss es bedeutend größer als ein Kleinwagen gewesen sein.

Die Beamten zupfen mit der Pinzette ein paar Haare des Opfers ab, da sich mit Sicherheit in dem gesuchten Wagen auch Haare befinden. Stimmen diese überein, deutet dies später zusätzlich auf das Täterfahrzeug hin. An einer Stelle entdeckt man auch frische Fußabdrücke und eine Spur, die wie ein Ausrutscher auf dem da wohl noch regennassen Boden aussieht. Die Fußabdrücke passen nicht zu den Schuhen des Opfers. Es könnten Abdrücke des Täters sein.

Noch mehr Erkenntnisse: Bei dem Fundort handelt es sich kaum um den Tatort. Es gibt keine Fußabdrücke des Toten. Er muss also hierhin getragen worden sein. Die Polizei findet noch mehr Spuren. An der Kleidung des Ermordeten befinden sich winzige braune Lacksplitter.

Diese werden unter das Spektrometer gelegt. Die Polizei erkennt, dass es sich um verschiedene Lacke in verschiedenen Farben handelt. Sie deuten nicht auf eine fabrikmäßige Lackierung, sondern auf eine ziemlich gefuschte Eigenarbeit hin.

Weitere Erkenntnisse: Das Auto wurde mehrmals lackiert, die oberste Lackschicht blätterte offensichtlich schon ab. An den Schuhen des Opfers haften einige Fäden eines dunkelblauen Kunstfasergewebes, die offenbar von einer Autofußmatte stammen. Außerdem entdeckt die Spurensicherung an der Strickjacke einen winzigen roten Lederfetzen. Beide Beweisstücke werden sichergestellt und unter das Spektrometer gelegt.

Noch mehr Erkenntnisse: Der Lederfetzen stammt von einem sehr alten Autoledersitz, der heute gar nicht mehr hergestellt wird. Auch die Fußmatte, von der die dunkelblauen Faserreste stammen, ist im Handel nicht mehr erhältlich.

Die Ergebnisse der Spurensicherung

Ab sofort fahndet die Polizei nach einem großen braunen Auto mit abblätternder Lackierung, alten oder zerschlissenen roten Ledersitzen und dunkelblauen, total abgewetzten Fußmatten, von denen sich Gewebefäden lösen.

Die Ergebnisse der Fahndung

Die Suche nach diesem Wagen dauerte Monate und endete – wie so oft – mit einem Zufallstreffer! Ein Polizist gab sein privates Auto wie immer in einer kleinen Werkstatt zur Reparatur. Auf dem Hof standen noch einige andere, ältere Wagen, darunter ein langer roter amerikanischer Straßenkreuzer mit großen Rädern, an denen die Reifen fehlten. Wegen des auffälligen Autotyps schaute der Polizist ins Wageninnere und sah die roten abgewetzten Ledersitze und die dunkelblauen zerschlissenen Fußmatten. Der Polizist wusste sofort, wonach er suchen musste. Er kratzte unbemerkt leicht an der oberen roten Lackschicht und zum Vorschein kam eine braune Lackfarbe. In der kleinen Halle lagen neben der Hebebühne vier alte Reifen, die von der Größe her zu dem alten, aber jetzt frisch lackierten amerikanischen Schlitten gehören konnten.

Schnell und unbemerkt informierte er seinen Vorgesetzten. Dieser schickte ein paar Kripobeamte zu der Werkstatt, die das Material sicherstellten und weitere Spuren suchten. Im Inneren des Straßenkreuzers fanden die Beamten sogar trotz offensichtlich durchgeführter Reinigung im Kofferraum einige Haare.

Die Beweiskette schließt sich

Im Labor wurden diese Spuren mit denen des Tatortes verglichen. Es passte alles zusammen, Leder- und Kunststoff-fetzen, auch die Lackspuren und die Haare stimmten mit denen vom Tatort im Wald überein. Aufgrund der ausgewerteten Spuren handelte es sich hier eindeutig um das Tatfahrzeug.

Die Polizei ermittelte den letzten Halter des jetzt abgemeldeten Fahrzeuges. Es handelte sich um einen mehrfach vor-bestraften Einbrecher. Bei der Vernehmung gestand er das Verbrechen. Er war von dem anderen Mann, einem ehemaligen Komplizen, erpresst worden. Bei der verabredeten Geldübergabe hatte er den Erpresser niedergeschlagen, dann er-würgt und in den Wald gefahren. Beim Tragen des Toten war er ausgerutscht und hatte sein Opfer gegen das Auto fallen lassen. So waren Ausbruchsspur und Lacksplitter an der Kleidung des Toten zu erklären. Die Ermittlungsakte ging an die Staatsanwaltschaft. Die Anklage lautet auf Mord!

Perfekte Spurensicherung: Das ist wichtig für deine Arbeit

Aus der Geschichte mit dem Toten im Wald hast du erfahren, wie wichtig die Sicherung und die Auswertung von Spuren ist und welche Rückschlüsse sich daraus ziehen lassen. Deshalb ist die Spurensicherung immer unsere erste Aufgabe, noch bevor wir Zeugen verhören. Denn finden lässt sich am Tatort fast immer etwas: In 99 Prozent aller Fälle lassen der oder die Täter Spuren am Tatort zurück.

Ehe du mit der Spurensuche beginnst, solltest du dir allerdings immer Handschuhe anziehen. Und dann musst du besonders vorsichtig vorgehen, um keine Beweise zu übersehen oder unabsichtlich zu zerstören.

Nehmen Sie alle Beweisstücke ganz vorsichtig mit der Pinzette auf.

Betrachte Sie unter einer Lupe und vergewissere dich, dass das Beweisstück mit der Tat im Zusammenhang steht.
Stecke es in einen Briefumschlag.
Notiere auf dem Umschlag Datum, genaue Uhrzeit, Fundstelle und Kurzbeschreibung der gefundenen Spur.
Um mit deinen Gummihandschuhen keine fremden Fingerabdrücke zu verwischen, fasse alle Gegenstände dort an, wo man sie normalerweise nicht berührt.
Öffne eine Zimmertür immer mit einer Kordel schlinge, mit der du die Türklinke herunterdrückst. Hast du keine Kordel oder Schnur, öffne die Tür vorsichtig mit dem Ellenbogen oder einem Finger (in Gummihandschuh).

Wenn du einen zu untersuchenden Raum betrittst, sieh dich von der Tür aus genau in dem Zimmer um. Beginne mit der Raumuntersuchung rechts oder links von der Tür und arbeite dich systematisch im Kreis herum voran.
Wenn du Fingerabdrücke von Gläsern nehmen möchtest, halte sie mit gespreizten Fingern im Innern, sonst könntest du die Abdrücke verwischen. Bei einer Flasche steckst du einfach einen Finger in die Öffnung.
Öffne Schubladen und Kisten mit einem Bleistift, Kugelschreiber oder einer Pinzette, um nicht Spuren am Griff zu verwischen.

 

 

 

Detektei AC
Menü Mobile