Ralph Butenberg, Fachanwalt für Erbrecht in der Kanzlei ROSE & PARTNER LLP

Zusammenarbeit von Rechtsanwälten und Detekteien bei Erbenermittlung und Erstreit

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Ein Gastbeitrag von Ralph Butenberg, Fachanwalt für Erbrecht in der Kanzlei ROSE & PARTNER LLP (Hamburg, Berlin, München)

Erbfälle sind belastend und das Erbrecht ist kompliziert. Kommen dazu noch Unklarheit und Streit darüber, welche möglichen Erben überhaupt existieren, welche geistige Verfassung der Erblasser hatte, welche Vermögenswerte zum Nachlass gehören und ob Schenkungen zu Lebzeiten stattgefunden haben, stoßen die Beteiligten schnell an ihre Grenzen.

Das gilt auch für im Erbrecht tätige Rechtsanwälte. Diese prüfen zwar nicht nur die Rechtslage, sondern ermitteln auch den zu Grunde liegenden Sachverhalt. Dabei sind ihre Möglichkeiten als Anwalt jedoch begrenzt. Daher arbeiten sie bei schwierigen Sachverhalten im Erbrecht häufig mit spezialisierten Erbenermittlern bzw. Detekteien zusammen.

Erbenermittlung durch Gerichte, Rechtsanwälte und Detekteien

Wie wird man eigentlich Erbe? In der Theorie ist die Frage leicht beantwortet. Nach deutschem Erbrecht wird man automatisch im Zeitpunkt des Erbfalls alleiniger Erbe oder Miterbe in einer Erbgengemeinschaft, wenn es die gesetzliche oder testamentarische Erbfolge so vorsieht. Es bedarf also keiner Annahme der Erbschaft.

In der Praxis hilft das den Betroffenen meist wenig. Banken, Grundbuchämter etc. wollen dann in der Regel doch einen Erbschein als Nachweis des Erbrecht sehen. Richtig problematisch ist natürlich die Situation, dass die Beteiligten bei einem Erbfall nichts voneinander wissen. Plötzlich stellt sich dann zum Beispiel die Frage nach möglichen erbberechtigten Familienmitgliedern. Gab es da nicht noch eine Nichte in Australien und das uneheliche Kind von Onkel Erwin?

Viele offene Fragen bleiben auch nach Durchsicht des Testaments und anderer Familienunterlagen unbeantwortet. Im Rahmen der Amtsermittlung ist es möglich, dass das Nachlassgericht bei Unklarheiten einen Nachlasspfleger einsetzt oder auch einen gewerbsmäßigen Erbenermittler beauftragt. Bei einem Erbfall bzw. Erbstreit haben jedoch nicht alle Akteure die gleichen Interessen. Beteiligte benötigen dann einen Rechtsanwalt, der allein ihre Ziele verfolgt. Das gleiche gilt für Erbenermittler bzw. Detekteien, die hinzugezogen werden.

Erbstreit um Testierfähigkeit, Nachlasswerte etc.

Detektive ergänzen die Arbeit des Rechtsanwalts für Erbrecht jedoch nicht nur bei der Erbenermittlung. In vielen Aspekten eines Erbstreits geht es nicht nur um rechtliche Fragen, sondern insbesondere um tatsächliche. Streiten die Beteiligten zum Beispiel über die Testierfähigkeit eines an Demenz erkrankten Erblassers, müssen Zeugen gefunden und befragt werden, um die eigene Auffassung vor Gericht beweisen zu können.

Auch bei der Suche nach Nachlasswerten, vor allem im Ausland, hat sich das Einschalten von gut vernetzten Detekteien bewährt. Diese können mit etwas Geschick auch Immobilien oder sonstige Vermögensgegenstände auffinden, die einmal Eigentum des Erblassers waren aber bereits zu Lebzeiten verschenkt wurden. Hier besteht dann gegebenenfalls die Möglichkeit durch eine spezialisierte Kanzlei bzw. einen Fachanwalt für Erbrecht Pflichtteilsergänzungsansprüche für einen Mandanten herzuleiten und durchzusetzen.

Dies sind nur einige von vielen Sachverhalten bei denen ein Zusammenspiel von Rechtsanwalt und Detektei einen Mehrwert für die Auftraggeber schaffen kann.

Weitere Informationen zum Erbrecht finden Sie auf der Kanzleiseite des Autors: http://www.rosepartner.de/rechtsberatung/erbrecht-nachfolge.html

Detektei AC
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