Security und Sanitätsdienst auf Veranstaltungen

Regelungen für Security und Sanitäter auf Veranstaltungen und Events

by

Security, Sanitätsdienst und die Verfügbarkeit von Rettungsdiensten sind ein wichtiger Baustein für die Sicherheit bei Veranstaltungen und Events. Doch wie sind Sicherheitsmaßnahmen eigentlich gesetzlich geregelt und welche Anforderungen gibt es an einen Sanitäts-, Ordnungs- oder Sicherheitsdienst? Fragen, die unsere Detektive für Kontrolldienste nachstehend für Sie aufklären.

Sanitäts- und Rettungsdienst

Fälschlicherweise nehmen viele Leute an, beim Sanitäts- und Rettungsdienst handelt es sich um das Gleiche. Diese Annahme ist aber grundsätzlich falsch. Obwohl beide Dienste privatwirtschaftlich sind, haben diese eine unterschiedliche Ausrichtung und Funktion. Der Sanitätsdienst ist durch den Auftrag des Veranstalters auf einem Event präsent und kümmert sich zum Beispiel um verletzte Besucher. Ist ein Besucher so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus muss, darf der Sanitätsdienst in der Regel keinen Krankentransport durchführen. Dafür ist dann der Rettungsdienst zuständig, welcher im Bedarfsfall gerufen wird.

Gibt es Vorgaben, wie viel Sanitätsdienst erforderlich ist?

Nein. Die Anzahl verfügbarer Sanitätskräfte ist nicht gesetzlich vorgegeben und richtet sich je nach Einzelfall, wenn es keine behördlichen Vorgaben gibt. Einige Sanitätsdienste haben jedoch eigene interne Vorgaben, die zur Anwendung kommen können. Der Sanitätsdienst übernimmt die Aufgabe als Ersthelfer, die gleichzeitig auch mit dem Arbeitsschutz verknüpft sein kann. Ist das der Fall, so müssen ggf. arbeitsschutzrechtliche Vorgaben beachtet werden.

Wie viel Security braucht ein Event?

Die Anzahl der Security Mitarbeiter je Event, ist nicht gesetzlich vorgeschrieben und wird immer individuell entschieden. Allerdings gibt es auch solche Fälle, bei denen die Behörden eine Mindestanzahl zur Präsenz vorschreiben. Der Sicherheitsdienst übernimmt neben den typischen Security Aufgaben auch Tätigkeiten als Evakuierungshelfer, falls ein Bedarf dazu entsteht. Gleichzeitig kann dieser Evakuierungsschutz in Bereiche des Arbeitsschutzes übergreifen. Bei letzterem Fall müssen nicht unbedingt Sicherheitskräfte eingesetzt werden.

Dürfen Besucher durch die Security festgehalten werden?

Wenn ein Besucher nicht bezahlt, sich prügelt oder etwas kaputt macht, darf er durch den Security-Dienst festgehalten werden. Die gesetzliche Grundlage dafür ist im Selbsthilferecht nach § 229 BGB und dem Festnahmerecht nach § 127 Strafprozessordnung geregelt. In beiden Fällen ist es ratsam, je nach Sachlage,  ggf. die Polizei hinzuzuziehen. Denn ein Besucher darf nur zur Feststellung von Personalien festgehalten werden, nicht aber damit er einen Schaden oder eine Rechnung sofort zahlt. Des Weiteren darf der Besucher in diesen Fällen nicht von seinem Notwehrrecht Gebrauch machen. Das Festnahmerecht nach § 127 Strafprozessordnung findet zum Beispiel bei einer Schlägerei seine Anwendung.

Berufliche Qualifikation von Sicherheitsmitarbeitern

Für Security-Mitarbeiter mit Bewachungstätigkeiten, wie sie zum Beispiel bei HELIKUM SECURITY in Berlin eingesetzt werden, gibt es bestimmte gesetzliche Mindestanforderungen, an die sich jedes Sicherheitsunternehmen halten muss. Es ist also nicht zum Beispiel damit getan, irgendeinen muskulösen Bodybuilder zur Einlasskontrolle oder anderen Bewachungsaufgaben einzusetzen.

  • Zuverlässige Arbeitsweise
  • Mindestens 18 Jahre oder älter
  • Abschluss nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 Bewachungsverordnung
  • Unterricht nach § 3 Abs. 2 BewachungsVO oder erfolgreiche Prüfung nach § 5 Abs. 1 BewachungsVO
  • Alternativ zu Unterricht und Prüfung, sind Bescheinigungen nach § 17 Abs. 1 Satz 2 BewachungsVO, Prüfungszeugnisse nach § 5c Abs. 6 oder § 5 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 BewachungsVO gültig
  • Gastgewerbliche Diskotheken: Sachkundeprüfung vor der Industrie- und Handelskammer nach § 34 a Abs. 1 Satz 5 GewO bzw. § 5c Abs. 6 oder § 5 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 BewachungsVO erforderlich.
  • Gastgewerbliche Diskotheken:  Bei festangestelltem Sicherheitspersonal gelten Gewerbeordnung und die Bewachungsverordnung nicht. Hier gelten Regelungen nach DGUV Vorschrift 23 als Vorgabe der Berufsgenossenschaft für Arbeitsschutz.

Grenzen der Verantwortung für Gäste

Grundsätzlich muss ein Veranstalter für den eingesetzten Security Service haften, wenn dieser sich falsch oder fahrlässig verhält. Der Sicherheitsdienst ist aber nicht dafür verantwortlich, zum Beispiel eine Schlägerei außerhalb des Veranstaltungsgeländes zu schlichten, wenn ein vor die Tür gesetzter Gast sich dadurch nicht in einer Notsituation befindet. Der Gast muss seine Notsituation zuvor kenntlich machen, etwa durch Hilferufe oder Gespräche mit den Security-Mitarbeitern. Das sollte er besonders dann machen, wenn er weitere Auseinandersetzungen vor der Tür befürchtet. Des Weiteren ist der Security-Dienst nicht dafür verantwortlich, Schuldige zu ermitteln – das darf nur die Polizei. Primär ist es aber natürlich die Aufgabe des Sicherheitsdienstes innerhalb des Veranstaltungsgeländes Schlägereien zu schlichten.

Detektei AC
Menü Mobile